Schimmelpilz in Wohnblock im Hammer Westen: Mieter und Vermieter Vivawest streiten um Ursachen

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    • 07.07.13
    • Hamm
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Ärgernis im Hammer Westen

Leben mit Schimmelpilz macht Bewohner krank

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HAMM - Diese Untermieter hat niemand gerne, sie sind ekelhaft und obendrein machen sie krank: Schimmelpilz. In der Wohnung der Eheleute Brzozon an der Bodelschwinghstraße 29 im Hammer Westen sind die Sporen seit Jahren eine Belastung. Inzwischen sind beide ernsthaft erkrankt.

© Mroß

Einige Bewohner des Vivawest-Wohnblocks klagen über schimmelbedingte Krankheiten.

Von Peter Körtling

Renate und Stanislaus Brzozon sind mit den Nerven am Ende: Er leidet unter einer Lungenfibrose, Asthma und einer Angstneurose. Bei seiner Frau wurden Knochenschmerzen und ein chronisches Müdigkeitssyndrom diagnostiziert. Beide haben ärztliche Atteste, in denen der Zusammenhang mit dem Schimmelpilzbefall in ihrer Wohnung hergestellt wird. Aus ihrer Sicht ist klar: Der Schimmelbefall ihrer Wohnung sei die Folge von Baumängeln und der Ursprung ihrer ernsthaften Erkrankungen.

Darüber, dass die Wohnung von Schimmel befallen ist, sind sich Mieter und Vermieter sogar einig. Uneinigkeit herrscht allerdings über die Ursache: Der Vermieter, die Vivawest Wohnen GmbH (früher THS Wohnen), erklärt, ein falsches Heizungs- und Lüftungsverhalten sei Schuld am Pilz (siehe auch die unten veröffentlichte Erklärung). Seit rund drei Jahren streiten sich beide Parteien, das Verfahren liegt beim Amtsgericht und mehrere, vom Gericht beauftragte Gutachten liegen bereits vor. Ein Gutachten aus dem Februar 2011 beschäftigt sich mit der Wohnung der Eheleute, sowie mit dem Fahrradkeller der Hausgemeinschaft. Hier stellt der Gutachter bei allen Schäden, bis auf einen, Baumängel als Ursache fest.

© RotherStanislaus Brzozon zeigt auf dem Flachdach auf eine Stelle, an der seiner Meinung nach Wasser durchdringt.

Auch das zweite Gutachten vom Oktober 2012 förderte keine eindeutige Ursache zutage: Im Schlafzimmer werden keine Mängel festgestellt, im Wohnzimmer und im Bad dagegen schon. Zur Ursache schreibt der Gutachter: „Es ist von einem Baumangel auch im Zuge der Mängelbeseitigung auszugehen. Im Bad lässt die noch vorhandene Feuchte im Bodenquerschnitt und Wannenunterbau auch auf nicht fachgerechte Mängelbeseitigung schließen.“ Auch zur Belüftungsfrage nimmt der Gutachter Stellung: „Etwa eventuell zusätzliches fehlerhaftes Lüftungsverhalten kann nicht ausgeschlossen werden, ist aber aufgrund der örtlichen Gegegebenheiten von untergeordneter Bedeutung.“

Ein drittes Gutachten folgte im April diesen Jahres, und auch hier gibt es keine eindeutige Feststellung der Ursache: Sowohl ein mangelhaftes Heizungs- und Lüftungsverhalten sowie eine fehlerhafte Schadenbeseitigung wurden als Ursache in Betracht gezogen.

Vor Ort zeigt Brzozon bei einem Rundgang vom Keller bis zum Dach offensichtliche Schadstellen. Auch die Nachbarn zeigen sich betroffen: Emma Kampen wohnt seit 2002 in demselben Mietshaus wie die Eheleute Brzozon. „Der Schimmel wird schon immer wieder weggemacht“, sagt die Bewohnerin. Doch im Winter seien die Wände regelmäßig feucht. Sie hat alle Möbel 15 bis 20 Zentimeter von der Wand abgerückt, damit sie die Nässe abwischen könne.

Heinrich Spinner wohnt im gleichen Block in der Hausnummer 31. Er legt an den Schäden stets selbst Hand an: „Den letzten richtigen Schimmel habe ich vor zwei Jahren beseitigt“, berichtet er. Seitdem habe er seine Dachgeschosswohnung nur mehrmals streichen müssen, da im Winter stets dunkles Wasser von der Decke tropfe.

Familie Babczynski wohnt im Haus Nummer 31 im Erdgeschoss und hat immer wieder massiv unter Schimmel zu leiden. „Wenn die kommen, wird etwas auf die Tapete aufgetragen und später wird gestrichen“, berichtet Alfred Babczynski. Seiner Meinung nach müsse grundsätzlich der alte Putz mitsamt Tapete entfernt werden, um die Sporen endgültig auszutreiben.

Margot Henkel, die seit 1992 im Haus wohnt, berichtet, sie habe nur wenig Schimmel. Dafür habe sie immense Heizkosten. Denn trotz guter Stoßlüftung müsse sie ihre Heizkörper sehr heiß laufen lassen für eine halbwegs trockene Wohnung im Winter.

 

So sieht Vivawest die Schimmelproblematik:

Zur Schimmelproblematik in der Bodelschwinghstraße 29,31, und 33 in Hamm nimmt Dr. Marie Mense, Fachbereichsleiterin Unternehmenskommunikation/Marketing der Vivawest GmbH wie folgt Stellung:

„Nachfolgend schildern wir den Hergang der Sache bis heute. Vor etwa drei Jahren hatte unser Mieter Stanislaus Brzozon, wohnhaft im 1. OG Bodelschwinghstraße 29 in Hamm, in seinem Bad einen Rohrbruchschaden. Dieser wurde von uns ordnungsgemäß instandgesetzt. Herr Brzozon mutmaßte anschließend, dieser Rohrbruch sei ursächlich verantwortlich für später auftauchenden Schimmelbefall in seiner Wohnung – auch in anderen Räumen wie dem Schlafzimmer. Es kam zu einem bis heute andauernden Rechtsstreit zwischen Mieter und Vermieter. Auf Veranlassung des Mieters wurde ein Beweissicherungsverfahren von einem unabhängigen Gutachter durchgeführt. Der Prüfbericht des Gutachters weist ihn selbst als Nutzer eindeutig als Verursacher der Schimmelproblematik aus. Herr Brzozon war mit diesem Untersuchungsergebnis nicht zufrieden und versucht bis heute, es anzufechten.

Im Verlauf der andauernden Auseinandersetzungen hat Herr Brzozon versucht, weitere Mieter aufzuwiegeln. Am 3.5.2013 ging uns ein Schreiben zu, das von verschiedenen Mietern der Bodelschwinghstr.29-33 unterzeichnet wurde. In diesem Schreiben wird vermeintlicher Schimmelbefall und Feuchtigkeit in den Wohnungen bemängelt. Daraufhin haben wir sofort einen öffentlich vereidigten Sachverständigen konsultiert und für den 16.5.2013 einen Ortstermin mit allen Mietern aus dem Beschwerdeschreiben vereinbart. In der Zwischenzeit hatte Herr Brzozon, ohne uns zu informieren, einen Aushang in den Hauseingängen angebracht, in dem er vorgab, der Ortstermin würde verschoben. Bei dem Ortstermin am 16.5.2013 waren die meisten Mieter jedoch anwesend. Die meisten hatten den Brief nur aus Solidarität unterzeichnet, ohne selbst von Schimmelschäden betroffen zu sein. Lediglich bei zwei Mietparteien wurde tatsächlich Schimmel diagnostiziert. Die Schäden haben wir, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, umgehend von einer Fachfirma beseitigen lassen.

In der Wohnung von Herrn Brzozon hat der Sachverständige im Nachgang zu diesem Termin nochmals in verschiedenen Räumen Feuchtigkeits- und Wandtemperaturmessungen durchgeführt. Die gemessenen Werte befanden sich alle im Normreich. Daraufhin attackierte Herr Brzozon den Sachverständigen verbal, weil er die gemessenen Werte nicht akzeptieren wollte. Die Wohnung ist derzeit schimmelfrei.

Zwischenzeitlich hat sich Herr Brzozon unbefugt auf das Dach des Hauses begeben und Fotos von der Dachfläche gemacht. Dort hat er Undichtigkeiten ausgemacht, die angeblich für die Probleme in seiner Wohnung verantwortlich seien. Die Wohnung von Herrn Brzozon befindet sich allerdings drei Etagen unterhalb des Daches. Die Mieter der obersten Geschosse haben kein Schimmelproblem. Dennoch haben wir, um unserer Sorgfaltspflicht nachzukommen, die Dachfläche von einem Dachdecker überprüfen lassen. Er konnte, wie erwartet, einen ursächlichen Zusammenhang ausschließen. Wir hoffen, damit haben wir die Historie und den aktuellen Stand hinreichend nachvollziehbar geschildert.“

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