Bis 2020 der zweite Leuchtturm des deutschen Fußballs zu werden – neben Bayern München. Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Borussia sprach auf Einladung der in Hamm ansässigen Marianne-von-Weizsäcker-Stiftung über die finanzielle Gesundung seines Vereins – als Beispiel für einen „Weg in ein neues Leben“.
Weit mehr als 200 Besucher füllten den Raum im Heinrich-von-Kleist-Forum, Stühle mussten hinzugestellt werden, zuvor hatte es am Eingang etwas gedauert, bis die Schlange drin war – es war also eigentlich wie immer wenn Dortmund spielt: volle Hütte. Insofern hatte die Weizsäcker-Stiftung genau den richtigen Redner eingeladen, um ihre Arbeit, nämlich die Integrationshilfe für ehemals Suchtkranke, einem möglichst breiten Publikum bekannt zu machen.
Im Mittelpunkt des Interesses stand aber der Auftritt von Watzke, der es als große Ehre bezeichnete, im Beisein von Marianne von Weizsäcker und ihres Ehemannes, Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker, sprechen zu dürfen. Der ehemalige Bundespräsident bewies in seinem kurzen Grußwort nicht nur Humor und Redegewandtheit, sondern verriet auch, dass er seine „dürftigen juristischen Kenntnisse bis zum Examen am Oberlandesgericht in Hamm aufgefrischt“ hatte.
Watzke erwies sich als ebenso unterhaltsam wie Weizsäcker. Er blickte zurück in die Vergangenheit und machte die Dortmunder Erfolgsgeschichte an Zahlen fest: Von etwa 200 Millionen Euro Schulden seien heute nur noch 30 Millionen Euro übrig. Damals wies die Bilanz nur noch liquide Mittel in Höhe von 58 000 Euro aus. Watzke: „Die habe ich aber nie gefunden.“
Heute habe die Mannschaft einen Marktwert von fast 200 Millionen Euro und der Club kann es sich leisten, Angebote, wie das einer Telefongesellschaft abzulehnen, die eine Million Euro pro Jahr dafür zahlen wollte, dass Klopp und Co. Sprüche fürs Handy aufsagen. Auch der Hinweis, dass man nie wie Schalke in brombeer-farbenen Trikots auflaufen werde, nur um noch mehr Trikots verkaufen zu können, kam bei den Fans natürlich gut an.
Eine wichtige Botschaft für das Leben abseits des Fußballplatzes hatte Watzke auch noch mitgebracht: „Irgendwann hast du eine Chance im Leben, die musst du nutzen.“ Die Weizsäcker-Stiftung will dabei helfen. - asc














