Hamms Beste Band 2007: Der Sieger heißt Nonsense

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    • 01.11.07
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Hamms Beste Band 2007: Der Sieger heißt Nonsense

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Damit hatten die neuen Titelträger ganz offensichtlich selbst nicht gerechnet: "Nonsense" sind Hamms beste Band 2007. "Boa, ist das geil. Ihr seid das beste Publikum überhaupt", krächzte die sprachlose Frontfrau Nicola Winkelbauer wie erschlagen, als sie den Band-Oscar bekam.

Hamms Beste Band 2007

Sowohl die Mehrheit der 1200 Besucher als auch die Jury votierten für die selbsternannte "Sonnenscheinchen-Fraktion". Das Publikum sah die Band aus dem Umfeld des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums relativ klar vorn: Mit 185 von insgesamt 733 Stimmen lagen sie vor den Funpunks "Fe-nx" (144) und den Thrashern "In Seclusion" (132). Denkbar knapp war dagegen der Vorsprung in der Gesamtwertung: Dort lagen sie mit 35 Punkten nur einen Punkt vor "Enojado" (34) und drei vor "In Seclusion" (32).

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Mit ihrer kessen Mixtur aus Pop-Punk, Rock und Funk vollbrachten "Nonsense" das Kunststück, von der als undankbar geltenden Position als Opener des Abends aus einen lupenreinen Start-Zielsieg einzufahren. "Das Publikum war wirklich rockbar!", befand die agile "Nonsense"-Sängerin nach dem Konzert strahlend. Dieser furiose Abendauftakt spülte 1000 Euro von der Warsteiner-Brauerei in die "Nonsense"-Bandkasse. Das traditionelle Siegerkonzert richtet das Quintett am 14. Dezember im Hoppegarden aus. Nicht zuletzt des Preisgelds wegen waren "Enojado" mit ihrem zweiten Platz "glücklich und zufrieden", wie Frontmann Stephan Kieserling zu Protokoll gab. Die Sparkasse Hamm drückt eine Finanzspritze in Höhe von 600 Euro ins Portemonnaie der Wüstenrocker. "In Seclusion", die ihre Vorjahresplatzierung behaupten konnten, erhielten für ihren dritten Platz 300 Euro, gestiftet von den Stadtwerken. "Für eine ballerharte Combo ist das aller Ehren wert", sagte Moderator Günter Thomas bei der Preisübergabe. Gewohnt scharfzüngig führte er mit Co-Moderator Andreas Tiggemann und dem Attacke-Bär durch das Programm.

"Wie erwartet hat es ordentlich was auf die Ohren gegeben", konstatierte Juror und Saturn-Chef Matthias Scheinhütte nach dem vierstündigen Konzertmarathon. "Es war knapp, knapp und nochmal knapp!", kommentierte Jury-Kollege Sven Kirner die Entscheidung. Er konnte aus eigener Erfahrung mit "Que Pasa?" gut nachvollziehen, was alle acht Bands im durchweg starken Teilnehmerfeld durchmachten, während die Vorjahressieger "Dam Sonic" die Zeit bis zur Siegerehrung fürs Publikum mit ihrem energiegeladenen Skate Punk verkürzten.

Gute-Laune-Musik ist in Hamm weiterhin Trumpf: Die im Vorfeld als Geheimfavorit gehandelten "Nonsense" um Sängerin Nicola Winkelbauer beerben, "Dam Sonic" als "Hamms beste Band" vor "Enojado" und "In Seclusion". Die leichte Enttäuschung über das vermeintliche Lospech, das dem Quintett die ungeliebte Anheizer-Position einbrachte, setzte ganz offensichtlich ungeahnte Energien frei: Frontfrau ,Nici' Winkelbauer hatte, die 1200 Besucher von der ersten Sekunde an voll im Griff: Mal gab sie laszive Diva, mal die anpeitschende Rockröhre und mal das nette Nachbarsmädchen. Überhaupt war erstaunlich, mit welch selbstverständlicher Souveränität der "Rockage"-Ableger seine Soundmixtur aus Rock, Pop und Punk nach nur einem Jahr Bandgeschichte präsentierte.

Überglücklich über den unerwarteten Erfolg herzte und umarmte das Quintett während und nach der Siegerehrung alles und jeden, der ihnen über den Weg lief. "Es ist der absolute Hammer sagte auch Gitarrist Daniel Ahland strahlend. "Enojado" sind als mächtige Soundwalze bekannt. Der kraftvolle Auftakt ihres HBB-Gigs war sogar so mächtig, dass er kurzzeitig die Hauptsicherung der Zentralhallen außer Gefecht setzte. Davon unbeeindruckt entfesselten sie im zweiten Anlauf einen musikalischen Wüstensturm, der die gesamte Halle einträchtig zum Kopfnicken brachte. Nachdem unermüdlich von Kesselmeister Tobias Breer am Schlagzeug angetriebene Wüstenrockexpress erst einmal Fahrt aufgenommen hatte, hielt man sich nicht mehr mit langen Ansagen auf, sondern ließ einzig die Musik sprechen. Der Gastauftritt von Ingo "Django" Gräfer verlieh dem Auftritt zusätzlichen US-Südstaatenflair. Hamm ist nach wie vor auch eine Hochburg der Headbanger: Was sich während der Auftritte der Metaller "In Seclusion" und "Ashes To Ember" abspielte, mag Außenstehenden fast beängstigend vorgekommen sein. In riesigen tumultartigen "Circle-Pits" tobten die Metalfans durch die Halle und rissen mächtige Löcher in die Menge. Glücklicherweise ging die gesamte Veranstaltung sowohl in der Halle als auch draußen ohne nennenswertere Zwischenfälle oder Verletzungen ab.

Weil "In Seclusion" passend zu ihrem pfeilschnellen Riffmassaker wie die Berserker über die Bühne wüteten, war die große Bühne für das Sextett mit zwei Sängern beinahe zu klein. Den ersten Siedepunkt erreichte die Stimmung beim Auftritt der Fun-Punks "Fe-nx". Obwohl die Halle dem Trio buchstäblich zu Füßen zu liegen schien, brachte ihr roher und energischer Punkrock, Fe-nx bei ihrer ersten HBB-Teilnahme nicht aufs Treppchen. Nicht weniger eindrucksvoll schlugen sich die Peach Mellow Burners. Sie trugen ihre innovative, schrebbelige und experimentelle Melange aus Brit-Pop und Rock mit Retro-Keyboards in einer charmant kauzigen Art vor.

Die Zeit und Gitarrenhelden kam, als die Heavy-Rocker "Amphelion" auf die Bühne kletterten: Die Duelle der Saitenhexer Reinhard "Starsky" Sterzenbach und Moritz Karzweski waren schlicht atemberaubend. Ein weiters Beispiel spielerischer Präzision gaben die Melodic-Deather "Ashes To Ember", bei ihrem starken HBB-Debüt. Auch "Most Wanted" lieferten ein starkes Konzert ab. Allen voran Sänger und Gitarrist Dominik Lüdke, spielte, sang und schrie als ginge es um sein Leben. Wie die Besucherzahl war auch die Zahl der abgegebenen Stimmen rückläufig. Hatten im Vorjahr noch mehr als 1000 Besucher abgestimmt, waren es diesmal nur 733.

Die Wertung im Detail:

1. Platz: Nonsense (35 Punkte gesamt / 26 Jury-Punke / 9 Publikums-Punkte / 185 Zuschauerstimmen)

2. Enojado (34 / 29 / 5 / 96)

3. In Seclusion (32 / 26 / 6 / 132)

4. fe-Nx (27 / 20 / 7 / 144)

5. Peach Mallow Burners (21 / 19 / 2 / 45)

6. Aphelion (16 / 12 / 4 / 49)

7. Ashes To Ember (14 / 10 / 4 / 49)

8. Most Wanted (7 / 6 / 1 / 33)

(Zur Information: Die bestgevotete Band bekommt je Jurymitglied bzw. Publikum 9 Punkte, die zweite 7, die dritte 6 und so weiter.)

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