„Verein zur Förderung und Unterstützung von Demenzkranken und ihren Familien in Drensteinfurt“, Alzheimer, Rudi Assauer

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    • 06.02.12
    • Drensteinfurt
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Verein hilft Demenzkranken und deren Angehörigen

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DRENSTEINFURT ▪ Dass sich der frühere Manager des Fußballvereins Schalke 04, Rudi Assauer, öffentlich zu seiner Alzheimer-Krankheit bekannte, sorgte für großes Aufsehen. Assauer setzte damit ein Thema auf die Tagesordnung, das viele lieber verdrängen. Dr. Birgit Salomon und Jeanette Möllmann vom „Verein zur Förderung und Unterstützung von Demenzkranken und ihren Familien in Drensteinfurt“ begrüßen deshalb Assauers mutigen Schritt.

Dr. Birgit Salomon (l.) und Jeanette Möllmann riefen vor sechs Jahren den „Verein zur Förderung und Unterstützung von Demenzkranken und ihren Familien in Drensteinfurt“ ins Leben. ▪

© Wiesrecker

Dr. Birgit Salomon (l.) und Jeanette Möllmann riefen vor sechs Jahren den „Verein zur Förderung und Unterstützung von Demenzkranken und ihren Familien in Drensteinfurt“ ins Leben. ▪

„Es ist sehr wichtig für uns, wenn bekannte Leute über das Thema reden“, sagt Möllmann. Wenn Prominente mit der Problematik an die Öffentlichkeit gehen, sei dies eine Chance für Betroffene, einfacher mit ihrer Erkrankung umzugehen und sich ebenfalls dazu zu äußern.

Die Ärztin Salomon und die Leiterin des Malteser-Altenkrankenheims St. Marien, Möllmann, haben den Verein vor sechs Jahren ins Leben gerufen. Sie wollen betroffene Familien dazu ermutigen, Hilfe anzunehmen und sich mit dem Thema Demenz zu beschäftigen. Wir sind dafür da, Menschen zu „entlasten, zu unterstützen und zu informieren“, fasst Salomon zusammen.

Entstanden ist der Verein aus dem „Café Malta“, einem Schulungsprogramm, das auch heute noch einen Schwerpunkt in der Vereinsarbeit darstellt. „Durch verschiedene Schulungen sollen die Angehörigen Instrumente an die Hand bekommen, mit deren Hilfe sie besser mit der Demenz umgehen können“, erläutert Salomon, die erste Vorsitzende des Vereins. An jedem ersten Mittwoch im Monat werden in der Cafeteria des Malteserstifts unterschiedliche Bereiche des Themas Demenz behandelt.

Ein weiteres Angebot trägt den Namen „Ein Tag für mich“. Jeden zweiten Samstag im Monat können pflegende Angehörige ihre an Demenz erkrankten Verwandten in die Obhut des Malteserstifts geben, um so wieder einmal Zeit für sich zu haben.

Im laufenden Jahr plant der Verein zwei größere Projekte: Im Juni wird ein Schulungswochenende angeboten. Angehörige und Ehrenamtliche können sich gemeinsam in Ehreshoven austauschen, Zeit miteinander verbringen und an Fortbildungen teilnehmen.

Im Oktober beginnt dann eine achtteilige Kursreihe, die betreuende und pflegende Angehörige von Demenzkranken, aber auch anderen interessierten Bürgern, Informationen über die Erkrankung sowie Möglichkeiten zur Entlastung bietet. Der in Zusammenarbeit mit der AOK organisierte Kurs ist für die Teilnehmer kostenlos und bereitet an jedem Abend ein anderes Thema auf. Mal wird die Demenzerkrankung aus ärztlicher Sicht behandelt, dann geht es um die Kommunikation mit Demenzkranken, und ein anderes Mal steht der Umgang mit den eigenen Gefühlen an erster Stelle.

Der Verein zur Förderung und Unterstützung von Demenzkranken und ihren Familien, dem zur Zeit etwa 70 Mitglieder angehören, wird durch die Arbeit von geschulten Ehrenamtlichen getragen. Zwölf Frauen und Männer, die teilweise selbst Betroffene in der Familie haben, bieten zur Zeit ihre Hilfe an. Weitere Ehrenamtliche würden immer gesucht, sagt Möllmann. Schließlich werde das Thema künftig einen noch breiteren Raum in der Gesellschaft einnehmen.

Das größte Anliegen der beiden Gründungsmitglieder des Vereins ist es, dass sich betroffene Familien überhaupt bei ihnen melden. „Oft ist es für Betroffene sehr schwierig, Hilfe anzunehmen“, weiß Salomon. Nicht selten hätten Angehörige das Gefühl, ihren Partner im Stich zu lassen, wenn sie um fremde Hilfe bitten. Die Familie sei meist genauso schwer betroffen wie der Erkrankte selbst, erklärt Möllmann. Dabei sei es gerade zu Anfang besonders schwer, sich mit der Krankheit auseinander zu setzen. „Es wird versucht, eine Fassade aufrecht zu erhalten.“ Da seien Prominente wie Assauer, die das Thema an die Öffentlichkeit bringen, eine große Hilfe.

Ansprechpartner beim „Verein zur Förderung und Unterstützung von Demenzkranken und ihren Familien in Drensteinfurt“ sind Ulla Kunz, Telefon 0 25 08/83 88 und Dr. Birgit Salomon, Telefon 0 25 08/220. ▪ jud

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