Zum Gruseln in die Garage

Pasquele Fuchs hat in und am seinem Elternhaus das Gruselkabinett aufgebaut.

Walstedde - Die Wände der Zelte leuchten in bunten Farben, bizarre Schatten von innen, gruselige Gestalten außen. Lautes Gekreische verspricht ein unheimliches Spektakel. Zahlreiche Kinder drängeln sich vor dem Eingang. Am Prillbach 4a in Walstedde hat sich Pasquale Fuchs zu Halloween ein eigenes Gruselkabinett aufgebaut.

Das amerikanische „Home Haunting“, was soviel wie „Spukhaus zu Hause“ bedeutet, diente ihm dabei als Vorbild. 2011 fing der Schüler der Gesamtschule in Ahlen mit einem kleinen Pavillon vor der Garage an. „Ich wollte sehen, wie das ankommt“, erklärt der 14-Jährige. Im darauffolgenden Jahr kamen 100 Besucher. Mittlerweile hatte sich das Gruselkabinett rumgesprochen, so dass sich 2013 gut 300 Halloween-Begeisterte von Pasquale und seinem Team erschrecken ließen, am Freitag waren es gut 420.

Damit seine Gäste auch was geboten bekommen, erweitert der Jugendliche seinen Aufbau ständig. In diesem Jahr verwandelte er 60 Quadratmeter Zelte plus Garage in eine Horrorlandschaft. Unterstützung bekam er von seinem Bruder Patrick, beim Aufbau halfen Freunde. „Die Ideen hab ich aber selber“, bemerkt der kreative Jugendliche stolz. Mit Flyern und im Internet machte er auf seine Party aufmerksam. Mehr als 1000 Zugriffe erfolgten auf seine Facebook-Seite.

Und so gelangen an Halloween Groß und Klein zu Fuß und ausgerüstet mit einer Pappbrille, die das Licht in bunten Farben reflektiert, durch ein Labyrinth von Vorhängen. Von der Decke hängen „blutige Extremitäten“. Ein Totenkopf mit seinen leeren Augenhöhlen starrt die Besucher an, Nebel dringt durch die Gänge, die Wände sind „blutverschmiert“. Passende Musik ertönt, das Licht wechselt und beleuchtet gespenstische Szenen. Die Gestalten, die dort umherirren, stillstehen oder mit Geschrei plötzlich hervorspringen, sind so gut geschminkt, dass ihre Angst einflößenden Fratzen wie echt aussehen. Die acht Erschrecker wählte Pasquale aus seinen Mitschülern aus.

„Dafür habe ich ein Casting veranstaltet“, berichtet der Walstedder. Auch die „Security“ Lennart Ruck (13) und Lukas Klemm (14) sind Mitschüler. „Horror Disco“ lautete das Thema des diesjährigen Spektakels. 1200 Euro hat Pasquale 2014 in sein Hobby gesteckt. Für das Geld kaufte er Geräte für Ton- und Lichttechnik. Mit Taschengeld und dem Verdienst beim Zeitungsverteilen finanzierte er die Anschaffungen.

Seine Eltern unterstützen das ungewöhnliche Hobby ihres Sohnes. „Pasquale kann unheimlich gut Menschen motivieren“, verrät seine Mutter, Lisa Fuchs. Nachdem es die Familie aus Köln in das beschauliche Walstedde verschlagen hatte, wollte ihr Sohn auch im Dorf was bewegen, berichtet sie weiter.

Anregungen sowie Tipps und Tricks findet der ideenreiche Jugendliche im Internet in speziellen Foren. So verwandelte er eine ausrangierte Schaufensterpuppe mit Hilfe von Bauschaum und Farbe in eine Horrorpuppe. Empfohlen ab sieben Jahren, trauten sich nicht alle Kinder den Horror zu besichtigen, wer es geschafft hat, bekommt eine Tüte mit Süßigkeiten geschenkt.

„Das ist echt der Hammer“, begeistert sich ein Junge, „aber voll gruselig“, ruft ein Mädchen dazwischen. 421 Besucher zählte Pasquale, der schon lange daran denkt, wie er sich im nächsten Jahr vergrößern und verbessern kann. - mew

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