Für den 60-jährigen Franz-Josef Bricke gab der Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand vor einem halben Jahr den Impuls für eine Bewerbung um das Amt des Schiedsmanns. „Nach so langer Berufstätigkeit kann ich nicht einfach von 100 auf Null zurückschalten“, so Bricke. Und statt die frei gewordene Zeit nur mit Hobbys zu füllen, findet er es sinnvoller, eine interessante Tätigkeit zum Wohl der Allgemeinheit auszuführen. „Ich möchte die Erfahrungen, die ich während der gut 40 Jahre andauernden Tätigkeit als Bankkaufmann gesammelt habe, weitergeben.“
Als Leiter einer Bankfiliale hat sich Bricke wichtige Eigenschaften im Umgang mit Menschen angeeignet. Da kam es viel darauf an, Konflikte zu lösen und Differenzen aus dem Weg zu räumen. „Man bekommt ein gewisses Verhandlungsgeschick“, sagt der 60-Jährige. „Es macht mir Spaß, mit Menschen zu verhandeln“, begründet er seine Motivation. Außerdem sei eine Problemlösung stets auch mit einem Erfolgserlebnis verbunden.
In der Vergangenheit war Bricke aufgrund seiner Arbeit nur in kleinerem Umfang ehrenamtlich tätig. „Da hat mir bisher einfach die Zeit gefehlt. Ich möchte mich nur dauerhaft engagieren, wenn ich wirklich 100-prozentig dabei sein kann“, sagt Bricke. Jetzt ist die Zeit da und auch die drei Kinder sind mittlerweile erwachsen. „Durch das Schiedsamt bin ich gezwungen, mich weiter zu informieren und mich fitzuhalten“, ist sich der Walstedder aus Herrenstein seiner Aufgabe als Streitschlichter in nachbarschaftsrechtlichen Angelegenheiten bewusst.
Die Idee, sich für das Amt des Schiedsmann zu bewerben, kam Bricke durch einen Bericht in der Zeitung. Dann folgten Gespräche mit seiner Frau und mit Martin Brinkötter von der Stadt. Auch mit Rolf Renvert ist er in Kontakt getreten. „Ich wollte erst einmal klären, ob ich mich überhaupt für diese Aufgabe eigne“, erklärt Bricke. ▪ jud










