Entsprechend lobte Bönens Bürgermeister Rainer Eßkuchen die Umsetzung durch den Bauherrn als „helles, lichtes Haus“, das, zentral gelegen, den älteren Mitbürgern das fußläufige Erreichen der City leicht ermögliche. Die Feierstunde der warmen Worte und abschließend einem ebensolchen Süppchen begleiteten Pascal Frigge (Kontrabass), Philip Stock (Gitarre), Simone Lapainis (Geige), Monika Brust (Querföte) und Anne Suermann (Flöten) mit Folkmusik. In den Nachmittag leiteten anschließend Lena Lüblinghoff und Luisa Schulte-Tigges mit elegischen Weisen am Piano über.
Die Schar der Redner war mit Rainer Eßkuchen, UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer und den Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland/Westfalen, Alexander Rychter, überschaubar. Die hatten aber einiges zu erzählen. Die Baukosten von 5,1 Millionen Euro beinhalteten nicht nur die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach, sondern auch ein modernes Blockheizkraftwerk. Das erzeugt neben Wärme auch Strom. Und der decke 30 bis 50 Prozent des Verbrauchs der neuen Bewohner ab, wie Fischer stolz berichtete: „Und er ist kostenlos.“ So bleibe die sogenannte zweite Miete bezahlbar.
Rychter lobte die Umsetzung der Wohnanlage, die schließlich zur Zertifizierung durch seinen Verband geführt habe. Gemeinsam mit Fischer brachte er das Qualitätssiegel für „Betreutes Wohnen in NRW“ gleich neben dem Eingang des Hauses an. Die Anlage an der Bahnhofstraße 48a stünde für eine neue, andere Qualität des Wohnens im Alter. „Die Art wie die Senioren leben wollen, hat sich eben geändert“, erklärte Rychter: Klassische Alten- oder Pflegeheime seien nicht mehr gewünscht. An der Bahnhofstraße wird der Pflegedienst Elshoff den Zusatz „Betreutes“ ausfüllen. „Wir sind stundenweise im eigenen Büro vor Ort und sorgen zum Beispiel mit Gemeinschaftsaktionen dafür, dass das soziale Leben funktioniert“, erklärte Svea-Christin Elshoff. Pflege sei im Konzept zunächst nicht inbegriffen. „Wenn es ansteht, beraten wir und helfen mit den Anträgen“, erklärt die Juniorchefin des Pflegezentrums. Die Wahl des Pflegedienstes bleibt aber frei.
Bei den mehreren Hundert Besuchern, die am Samstag die Gelegenheit nutzten, sich umzuschauen, kamen Wohnidee und Ausführung sehr gut an. „Aufteilung, Raumgrößen - das ist schon stimmig“, war zu hören. Die Anlage ist entsprechend ausgebucht. Alle der 41, 55 bis 78 Quadratmeter großen Einheiten sind vermietet.
„Eigentlich wollten wir ja bis zum Lebensende in der Dürerstraße wohnen bleiben“, erzählt Marga Schänzer, „aber wir schaffen es jetzt doch aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr.“ Sie und Ehemann Friedhelm stellen sich das Leben an der Bahnhofstraße 48a bequemer vor. Treppensteigen zum Beispiel fällt weg - ein verglaster Fahrstuhl überwindet den Weg zur ersten Etage. Schänzers ziehen am 11. März in ihre neue, 74 Quadratmeter große Wohnung ein.
Dann werden sich Sieglinde und Helmut Heinemann bereits eingerichtet haben. Sie wechseln am 8. März in die Anlage. Aus der alten Wohnung mussten sie wegen Eigenbedarfs des Vermieters raus. Sohn Hartwig erkundete sich, ob an der Bahnhofstraße noch was frei ist. Am 21. Februar erhalten die Heinemanns nun ihre Schlüssel.
Bis zum Einzug der meisten Mieter Anfang März sollen die Außenanlagen fertiggestellt sein. Und vielleicht bekommen die Bewohner dann auch noch die Boulebahn im Innenhof des U-förmigen Gebäudes. Fischer hat am Samstag entsprechende Wünsche vernommen. - ml










