Spaziergänger fürchten Rad-Rowdys auf Alleen-Radweg

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Eine Notruftafel (links) hat der Kreis bereits am Rastplatz nahe der Dorfstraße in Bramey aufgestellt. - Foto: Lindemann

BÖNEN - Die Asphaltierung der ehemaligen Bahntrasse in Lenningsen macht einigen Bewohnern im südlichen Ortsteil zu schaffen. Sie befürchten, dass das Naherholungsgebiet damit endgültig zur Rennstrecke für rücksichtslose Radfahrer wird.

Der Alleen-Radweg wird aber auf der gesamten Strecke von Königsborn bis Welver ein kombinierter Fuß- und Radweg bleiben, Der Ausbau mit Mitteln aus dem Radwegeprogramm des Landes ändert nichts an den Nutzungsrechten von Spaziergängern, Wandereren und Pferdefreunden. Auch der angrenzende Reitweg wird verbessert.

„Einige Radfahrer versuchen ja jetzt schon, uns mit Dauerklingeln zur Seite zu scheuchen und beschimpfen uns, wenn wir nicht schnell genug Platz machen“, beklagt zum Beispiel eine Lenningserin, die den Weg regelmäßig zum Spaziergang mit ihrem Hund nutzt. Sie hat die Sorge, dass sich solche Vorfälle häufen, wenn die Asphaltpiste endgültig fertig ist.

Diese Sorgen kann Projektbetreuer Sebastian Schriever vom Kreis Unna gut verstehen. „Ich weiß, dass es unter den Radfahrern auf der Strecke einige Rowdys gibt. Diese Erfahrung mit engstirnigen Besserwissern und selbsternannten Hilfspolizisten musste ich schon machen, als ich dort zur Begutachtung der Arbeiten mit dem Auto unterwegs war“, berichtet der Fachmann aus der Kreisverwaltung.

Er betont ausdrücklich, dass Spaziergänger und Radfahrer auf dem Asphaltweg gleichberechtigt sind und gegenseitig Rücksicht nehmen sollten. „Die gesamte Strecke wird auch in Lenningsen komplett als kombinierter Fuß- und Radweg ausgeschildert. Mit einer Breite von 2,50 Metern erfüllt er die dafür notwendigen Vorraussetzungen“, erklärt Sebastian Schriever.

Die Asphaltierungsarbeiten von der Dorfstraße in Bramey bis zur Hammer Stadtgrenze östlich der Sinnerstraße in Flierich-Lenningsen sollen bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein, nachdem der 4,5 Kilometer lange Abschnitt in den vergangenen Wochen bereits geschottert und planiert worden ist. „Danach sind allerdings noch einige Randarbeiten wie die Herrichtung des Reitweges, der Ruhe- und Parkplätze sowie die Anbindung der Straßenübergänge notwendig“, betont der Projektbetreuer. Spaziergänger und Radler müssten deshalb noch bis Mitte Mai mit Behinderungen rechnen.

Überall dort, wo Straßen den Weg kreuzen wird der Weg auf beiden Seiten der ehemaligen Bahntrasse rot aufgepflastert. Zukünftig sollen die Bereiche an den Kreuzungen mit der Fröndenberger Straße, mit der Frieden- straße/Gnadenweg und mit der der Sinnerstraße so gestaltet sein, wie der bereits zum Jahresende fertiggestellte Bereich westlich der Dorfstraße in Bramey. Dort sind neben einem neuen Rastplatz mit hölzernen Ruhebänken und Tischen auch Parkplätze, Poller sowie Notruftafeln zu finden. Die haben eine Nummer, die Ortsfremde im Notfall zur Standortbestimmung an Rettungsleitstelle oder Polizei durchgeben können.

Die offizielle Freigabe des Radweges will der Kreis Unna mit einem großen Aktionstag in der zweiten Maihälfte verbinden. - li

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