Main-Coon-Kater in Bönen angeschossen

Perrys Pfote wurde komplett zertrümmert – eindeutig eine Straftat sagt die Sprecherin der Polizei Unna. ▪

BÖNEN ▪ Zunächst dachte Sabine Kilian, ihr Kater Perry hätte sich einen Dorn oder Ähnliches in die Pfote getreten. Doch der Main-Coon-Kater humpelte immer stärker und hatte offensichtlich heftige Schmerzen. Sabine Kilian suchte den Tierarzt auf. Auf dem Röntgenbild entdeckte der Bönener Veterinär Ralf Thormann die Ursache für das Leiden des Tieres: eine Luftgewehrpatrone.

So landetet die Katze am Mittwoch schließlich auf dem Operationstisch, Perrys Knochen war komplett zertrümmert. Und der schreckliche Verdacht Thormanns bestätigte sich: Jemand hat mit einem Luftgewehr aus nächster Nähe auf den Kater geschossen und ihn dabei schwer verletzt.

„Was sind das nur für Menschen“, ist Sabine Kiliangesichts solcher Grausamkeit schockiert. Seit vier Jahren lebt der zutrauliche, verschmuste Kater in ihrer Familie, gemeinsam mit zwei Artgenossen. „Jetzt habe ich natürlich Angst um alle Tiere.“

Und nicht nur das. Das Projektil hätte sein Ziel schließlich auch verfehlen und ein anderes Tier, einen Spaziergänger oder gar ein spielendes Kind erwischen können. Zum Verhängnis wurde Perry wohl seine Zutraulichkeit und bedächtige Art, der Schütze konnte ihn in aller Ruhe Visier nehmen und anlegen. „Perry tut niemanden etwas. Er fängt ja nicht einmal Vögel oder Mäuse“, erzählt Sabine Kilian.

Jetzt muss der wertvolle Rassekater mindestens zwei Wochen lang das Haus hüten und regelmäßig zum Tierarzt. Die Kosten für die Behandlung trägt die Besitzerin. „Um das Geld geht es mir nicht. Es ist schlimm, Perry leiden zu sehen und ich habe jetzt einfach Angst“, sagt sie. Möglicherweise seien auch andere Tiere in der Nachbarschaft an der Mühlenstraße und der Beethovenstraße in Lebensgefahr. „Ich werde auf jeden Fall alle warnen und hoffen, dass der Täter bald erwischt wird.“

Der kann dann mit einer Anzeige rechnen. „Das ist auf jeden Fall eine Straftat“, sagt Ute Hellmann, Pressesprecherin der Kreispolizei Unna. Zum einen sei der Angriff auf Perry natürlich Tierquälerei – der Schütze hat dem Kater erhebliche Schmerzen zugefügt – , die gegen das Tierschutzgesetz verstößt. „Das Strafmaß liegt hierbei bei Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen“, erklärt Ute Hellmann. Zum anderen kommt ein Verstoß gegen das gültige Waffengesetz dazu. „Außerhalb von Schießstätten ist es selbstverständlich verboten, mit Luftgewehren oder anderen Schusswaffen zu schießen“, so Ute Hellmann. ▪ fla

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare