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Bönener Geschäftsmann wegen Beleidigung vor Gericht

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Von: Sylvia Mönnig

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Bönen - Im Disput mit einer Mitarbeiterin um Dienste an Feiertagen holte der Geschäftsführer eines Bönener Unternehmens offenbar zum verbalen Tiefschlag aus. Am Donnerstag musste sich der 45-Jährige wegen Beleidigung vor dem Amtsgericht Unna verantworten.

Dort beteuerte der einschlägig vorbestrafte Mann seine Unschuld. Erfolglos.

Die beharrliche Weigerung der Angestellten, an Weihnachten oder Silvester zu arbeiten, mündete am 17. Dezember im Büro des Geschäftsführers in einem Gespräch, das eskalierte. Laut Anklage verabschiedete der 45-Jährige die Frau mit Worten, die deutlich unterhalb der Gürtellinie lagen.

Sie zeigte ihn danach wegen Beleidigung an und folgte damit dem Beispiel früherer Kolleginnen. Die hatten den Bönener im vergangenen Jahr auf die Anklagebank gebracht und ihm 1800 Euro Geldstrafe beschert.

Am Donnerstag wollte er jedoch nichts davon wissen. Er erklärte, bereits im Verfahren zuvor quasi ein taktisches Geständnis abgelegt zu haben. Er deutete an, dass es in diesem Fall vielleicht zu einer Trittbrettfahrer-Aktion gekommen sein könnte. Er habe der Frau nur klarmachen wollen, dass es in ihrer Branche ungeschriebenes Gesetz sei, entweder Weihnachten oder Silvester zu arbeiten und dass es ansonsten für den Betrieb eng würde. Beleidigungen habe er nicht geäußert.

Die 36-Jährige behauptete das Gegenteil. Unter anderem habe sie der Mann als asoziales Dreckstück bezeichnet. Danach sei sie psychisch am Ende gewesen, habe einen Hörsturz und Magenprobleme gehabt. Sie sei krankgeschrieben worden und habe Ende März gekündigt.

Sowohl der Angeklagte als auch die ehemalige Angestellte führten einen leitenden Mitarbeiter als Zeugen für das Gespräch an. Der stellte sich auf die Seite des Böneners und blieb auch noch dabei, als er im Gerichtssaal festgenommen wurde und eine halbe Stunde in der Zelle verbrachte.

Allerdings verstrickte er sich nach Überzeugung des Gerichts in Widersprüche und muss nun mit einem Verfahren wegen Falschaussage rechnen. „Ich habe keine Bedenken, dass wir von der Zeugin die Wahrheit gehört haben, ausschließlich von ihr“, erklärte Richter Jörg Hüchtmann. Er bezeichnete das Verhalten des Angeklagten, einen Mitarbeiter so für sich in die Bresche springen zu lassen, als abscheulich.

Gemessen am Einkommen des Böneners und in Anbetracht der Vorbelastung fiel die Geldstrafe diesmal höher aus: 180 Tagessätze à 120 Euro, also 21 600 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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