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Firmenchef soll Angestellte übel beleidigt haben

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Vor dem Amtsgericht Unna bestritt der Bönener die Beleidigungen.
Vor dem Amtsgericht Unna bestritt der Bönener die Beleidigungen. © Pinger

BÖNEN - Mit einem verbalen Tiefschlag soll sich der Geschäftsführer einer Bönener Firma bei einer „abtrünnigen“ Mitarbeiterin revanchiert haben. Jetzt stand der 43-jährige Bönener wegen Beleidigung vor dem Unnaer Amtsgericht. Während er seine Unschuld beteuerte, war die Geschädigte überzeugt, dass der Richtige auf der Anklagebank saß.

Eine Krankmeldung soll den Bönener Ende vergangenen Jahres zunächst in Rage versetzt, die Kündigung der jungen Frau das Fass dann zum Überläufen gebracht haben. Am 17. Dezember soll er sie angerufen und geäußert haben: „Ich hoffe, du erholst dich nie wieder, du dicke, fette Sau. Du sollst verrecken.“ Zudem soll er ihr angekündigt haben, dass sie ihr noch ausstehendes Gehalt nicht erhalten werde. Das müsse sie über einen Anwalt erstreiten.

Tatsächlich suchte sich die 21-Jährige nicht nur juristischen Beistand, sie erstattete auch Anzeige gegen den 43-Jährigen.

Der wusch seine Hände gestern jedoch in Unschuld und beteuerte immer wieder: „Mit mir gab es kein Gespräch. Ich habe sie nicht angerufen.“ Zum einen habe er gar keinen Grund gehabt, so etwas zu tun. Zum anderen habe er kaum Kontakt mit der ehemaligen Angestellten gehabt. Überhaupt seien sie ein großes Unternehmen, hätten zahlreiche Mitarbeiter und darunter befänden sich etliche Personen, die Zugriff auf das Telefon hätten. Und schließlich habe er mit Personalfragen gar nichts zu tun.

Der Staatsanwalt insistierte, wies ihn darauf hin, dass ein weiterer, vergleichbarer Vorwurf gegen ihn in der Welt sei. Der Geschäftsinhaber ließ sich nicht beirren, blieb bei seiner Einlassung. Und selbst die Aussage der jungen Frau, die seine Stimme und Nummer erkannt haben will, konnte ihn nicht schocken. Er habe das nicht getan. „Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen.“

In dieser Situation sahen die Juristen weiteren Aufklärungsbedarf. Das Verfahren wurde ausgesetzt und wird demnächst komplett neu aufgerollt. Dann sollen die Verbindungsnachweise des Unternehmens und weitere Zeugen die Wahrheit ans Licht bringen. - sam

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