In der Gründungsveranstaltung in Herbern zur Bürgerinitiative wurde auch auf die wichtige Vernetzung der Initiativen hingewiesen

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    • 03.03.11
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Ein explosives Gemisch

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HERBERN ▪ Dass unkonventionelle Erdgasfördermethoden, wie sie vielerorts in NRW geplant sind, eine Gefahr für die Böden und das Grundwasser darstellen, lässt sich nach Ansicht der „BIST“ nur schwer leugnen. Die Frage, wie man sich als Bürger gegen diese Bedrohung zu Wehr setzen kann, beschäftigte am Mittwoch rund 65 Gäste im Rahmen der Gründungsveranstaltung.

Lutz Wentland (r.) und seine Frau Heike führten durch die Versammlung. ▪

© Middelhoff

Lutz Wentland (r.) und seine Frau Heike führten durch die Versammlung. ▪

Lutz und Heike Wentland versuchten mit Zahlen und Fakten, ihre Zuhörer von den Gefahren des „Fracking“ zu überzeugen. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie dabei vom Publikum, das sich als auffällig gut informiert erwies. Um die „Vernetzung der Bürgeriniativen der Region“ zu fördern, hatten sich auch Vertreter der Hammer Initiative gegen Gasbohrungen im Jochen-Klepper-Haus eingefunden, um ihre Erfahrungen in die Waagschale zu werfen. „Eine Initiative wie diese muss allen Meinungen Gehör schenken – ohne ausreichende Information geht gar nichts“, stellte Manfred Krystofiak aus Hamm klar.

Neben den organisatorischen Elementen klärten die Veranstalter auch über die möglichen Auswirkungen der Bohrungen auf: „Der Chemikalien-Cocktail, der bei der Fracking-Methode verwendet wird, bestehe aus vielen, für den Menschen giftigen und teilweise sogar krebserregenden Stoffen“, erklärte die Initiatorin Heike Wentland, die selbst in Hamm als Ärztin arbeitet. Auch Vertreter der Lokalpolitik meldeten sich im Rahmen der Veranstaltung zu Wort: Ludger Wobbe (CDU) und Harald Kastner (SPD) erklärten, dass auch die Politiker in die Pläne der Bürgerinitiative eingeweiht werden sollten. Wentlands Antwort: „Der Kontakt ist uns zwar wichtig, trotzdem verfolgen wir ausdrücklich kein politisches Ziel.“

Auch der Vorstandssprecher des Landesverbandes der Bergbaubetroffenen, Klaus Friedrichs, trug durch mehrere Beiträge zur Diskussion bei: „Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man als Bürgerinitiative nur gemeinsam eine Chance hat. Die Vernetzung ist das Wichtigste“, erklärte er. Das „idealistische Ziel der Initiative“ ist laut Wentland eine Änderung des Bergrechts. „Wir wollen in der Basispolitik den Stein ins Rollen bringen“, sagte er und stellte fest: „Wenn wir in Düsseldorf irgendwann eine Petition von 100 000 Stimmen vorlegen, muss man uns Gehör schenken.“ ▪ pam

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