„Multireligiöse Erziehung“ im sozialen Brennpunkt

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Trafen sich zum Zwischenbericht des Projektes „Multireligiöse Erziehung im Kita St. Elisabeth“, v.l.: Jutta Friese (Leiterin St. Elisabeth-Kindergarten), Pastor Thorsten Neudenberger, Martina Kuhlmann (pädagogische Fachbereichsleitung der Katholischen Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark, Ute Balkenohl (Dekanat Unna).

Bergkamen - Toleranz und Offenheit anderen gegenüber - für die meisten Kinder ist das ganz normal. Auch in der Kindertagesstätte St. Elisabeth spielen verschiedene Religionen für die Kinder kaum eine Rolle. Daher dürfte das Pilotprojekt, das das Erzbistum Paderborn im Jahr 2013 gestartet hat, für sie eine untergeordnete Rolle spielen.

Für die Ausrichtung des Kindergartens ist das Projekt „Multireligiöse Ausrichtung im Sozialen Brennpunkt“ dennoch wichtig. Jetzt trafen die Verantwortlichen sich zur Zwischenauswertung im Elisabeth-Haus.

Trotz des eher sperrigen Titels - das Projekt ist nah am Leben: „22 unserer Kinder sind katholisch, 27 muslimisch“, berichtete Kindergartenleiterin Jutta Friese. Im Rahmen des Projekts wollen die Erzieherinnen den Kindern und ihren Eltern die Vielfalt der Religionen bewusst machen. Für die Maxikinder gibt es zum Beispiel das Projekt „Vielfalt der Religionen“. Dabei besprechen die Kinder nicht nur, welche Religionen es gibt. Auch ein Moschee-Besuch steht auf dem Programm.

Ganz pragmatisch ist der Verzicht auf Schweinefleisch. „Christen müssen ja nicht unbedingt Schweinefleisch essen.“ Also könne die Kita gut darauf verzichten.

Auch muslimische Feste rückten im Rahmen des Pilotprojekts weiter in den Fokus. „Wir haben zum Beispiel den Geburtstag von Mohammed gefeiert.“ Dabei komme es auch auf die muslimischen Eltern an, die bei der Organisation und Wissensvermittlung eine wichtige Rolle spielen. „Für die Kinder anderer Religionen ist es toll, aus ihrer Sicht etwas über den muslimischen Glauben zu erfahren“, sagte Martina Kuhlmann, pädagogische Fachbereichsleitung der Katholischen Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark gem. GmbH und Mitglied der Steuerungsgruppe des Pilotprojekts.

Doch natürlich soll darüber das katholische Profil des Elisabeth-Kindergartens nicht verschwinden. Im Gegenteil. „Es geht um das gegenseitige Kennenlernen, um Akzeptanz und Toleranz“, so Kuhlmann. Dabei soll auch ein internationales Frauencafé helfen. Nach der ersten Auflage im Februar ist eine Wiederholung für den September geplant.

Teil des Projekts ist auch eine Elternbefragung. Denn: „Die Arbeit mit den Kindern ist das eine. Das andere ist der Dialog mit den Eltern. Wir wollen eine Plattform zum Austausch schaffen“, betonte Kuhlmann. Daher wollten die Erzieherinnen zum Beispiel wissen, warum die Eltern sich für die Elisabeth-Kita entschieden. „Vielen ist es wichtig, dass religiöse Werte vermittelt werden“, berichtete Kuhlmann. „Daher geben muslimische Eltern oft einer kirchlichen Einrichtung den Vorzug vor einer städtischen.“ Wie sich die Sichtweise der Eltern auf den Kindergarten und das multireligiöse Projekt entwickelt, will die Kita in zwei Jahren noch einmal abfragen. - kdh

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