Drama nach Spaziergang am Sonntag

Hund verendet: Giftköder auf der Alten Deponie?

Jutta Koch (re.) beklagt den Verlust ihres Hundes. Nun sind die Hundehalterinnen auf anderen Wegen unterwegs. - Foto Hillebrand
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Jutta Koch (re.) beklagt den Verlust ihres Hundes. Nun sind die Hundehalterinnen auf anderen Wegen unterwegs.

Rünthe - Der Schock sitzt Jutta Koch noch in den Knochen: Ihr Windhund „Seba“ wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit vergiftet. Die Hundehalterin war mit dem Tier am Sonntagmittag auf der Alten Deponie in Rünthe unterwegs. Nach dem Spaziergang reagierte das Tier heftig. Jutta Koch konnte noch zum Tierarzt fahren, in der Praxis verendete das Tier.

„Wir sind vor zwei Wochen gewarnt worden, dass im unteren Teil der Alten Deponie Giftköder gefunden worden sind“, erinnert sich die Hundehalterin. Die ehemalige Halde ist ein beliebter Treffpunkt für Hundebesitzer, da auf der freizugänglichen Fläche, die noch dazu in Privatbesitz ist, die Tiere frei laufen können.

Wegen der Warnung sei sie mit ihrem Tier auf die mittlere Wiese der Halde gegangen. Der Hund habe am Sonntag auch Erde gefressen, was aber nichts besonderes sei. „Das hat er gerne gemacht unter anderem ist das auch gut für die Verdauung“, erläutert die Hundebesitzerin.

Zuhause habe sich der Hund in sein Körbchen gelegt, sich aber nicht eingerollt wie sonst, sondern sich stocksteif gemacht. Nach einer Weile habe er ganz fürchterlich geschrien. „Er ist dann aufgestanden, hatte aber Gleichgewichtsstörungen“, erinnert sich Jutta Koch. Kurze Zeit später habe der Hund erbrochen, dabei sei schwarze Erde zum Vorschein gekommen.

Mit einer Bekannten organisierte die Hundehalterin dann noch umgehend die Fahrt zu einem diensthabenden Tierarzt. In der dortigen Praxis sei dem Tier nicht mehr zu helfen gewesen. Der Arzt habe aufgrund des Zustandes des Hundes auf eine Vergiftung getippt, so Koch.

Ähnlich habe sich auch die Tierpathologie in Arnsberg geäußert. Dort sei auf Gift oder einen mit scharfen Teilen verseuchten Köder getippt worden. Auf die genaue Bestimmung, die anhand einer Gewebeprobe möglich gewesen wäre, verzichtete die Tierhalterin. „Dann hätte ich meinen Hund nicht mehr selber bestatten können“, sagt sie. Ganz verwaist ist Jutta Koch jetzt aber nicht. Ihr kleiner Podenco mit Namen „Mila“ ist noch an ihrer Seite. Aber auch Mila ist traurig über den Verlust.

Für die Rünther Hundebesitzer ist nun guter Rat teuer. „Auf die Alte Deponie gehen wir vorerst nicht“, sagt Birgit Grüning, die zusammen mit Jutta Koch und weiteren Hundebesitzerinnen gestern am Fuß der Bergehalde Großes Holz unterwegs war. Eine Dauerlösung soll das aber auch nicht werden: „Wir wollen uns von der Alten Deponie nicht vertreiben lassen“, zeigt sie sich mutig. Denn schließlich sei die dortige Fläche bestens für einen ungestörten Auslauf der Vierbeiner geeignet. Sie könnten da weder Wildtiere jagen, noch Fahrradfahrer stören, erklärt Grüning.

Und nicht immer sei auch ein Ausflug bis nach Bergkamen möglich, pflichten ihr die weiteren Hundehalterinnen aus dem Ortsteil Rünthe bei.

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