Mädchen- und Frauennetzwerk fordert gleiche Löhne

Kämpferische Frauen auf dem Bergkamener Wochenmarkt: Das Mädchen- und Frauennetzwerk weist mit dem Plakat auf die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern hin.
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Kämpferische Frauen auf dem Bergkamener Wochenmarkt: Das Mädchen- und Frauennetzwerk weist mit dem Plakat auf die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern hin.

BERGKAMEN - „Gleicher Lohn für alle!“ Das rief am Donnersttagmorgen auf dem Bergkamener Stadtmarkt die kleine Gruppe von Frauen, allesamt vom Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk, um auf den „Equal-Pay-Day“ aufmerksam zu machen. Neugierig gewordenen Passanten erklärten sie, was sie mit ihrer Aktion bezwecken wollen.

„Wir möchten mit unserer Demonstration auf den Aktionstag „equal-pay-day“ hinweisen, der am Freitag in ganz Deutschland stattfindet“, erklärt Andrea Brinkmann vom Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk, zu dem sich die Bergkamener Frauen- und Familiengruppen zusammengeschlossen haben. „Ziel dieses Aktionstages ist es, unsere Mitbürger dafür zu sensibilisieren, dass Frauen bei gleicher Arbeit und gleicher Leistung immer noch regelmäßig um rund zwanzig Prozent schlechter bezahlt werden, als die Männer“, sagte sie.

Bildlich bedeutet das, wenn eine Frau bei gleicher Arbeit und gleicher Leistung das Gleiche verdienen wollte, wie ein Mann im Jahr 2013, müßte diese noch 80 Tage länger arbeiten - also bis zum 21. März 2014 - dem „equal-pay-day“.

Dass dieses eine schreiende Ungerechtigkeit sei, ist auch die Meinung von Willi Schmidt, der gerade über den Markt schlendert: „Frauen stehen schließlich auch ihren ‚Mann’“, bekräftigt er. Jutta Claus sieht das genauso: „Gerade die Frauen haben viel Verantwortung, die diese dann aber für wenig Geld gleichermaßen schultern müssen.“ Es werde Zeit für mehr Solidarität von Seiten der Gesellschaft gegenüber den Frauen, sagte sie.

Margarete Hackmann von der Familiären Kindertagesbetreuung weiß aber, dass erfreulicherweise immer mehr Unternehmen diese Solidarität pflegen und Frauen nicht mehr benachteiligen, wenn sie sich zwischenzeitlich eine Auszeit für die Kindererziehung in Anspruch genommen haben. „Erfahrungsgemäß sind diese Frauen nämlich zuverlässiger, flexibler und belastbarer“, betont sie. Frauen in Führungspositionen sind auch gut für das Betriebsklima, ergänzt Elke Grziwotz, denn diese stellten doch öfter mal die Frage: „Wie geht es meinem Personal?“

Sevgi Kahraman-Brust vom Kommunalen Integrationszentrum weist zudem auf die besonderen Probleme hin, die die Migranten-Frauen haben: Neben dem Haushalt, den sie zu erledigen haben, müssen sie oft noch einer Arbeit nachgehen. Doch wegen der fehlenden Ausbildung können sie nur schlecht bezahlte Hilfsarbeiten verrichten. „Und wenn sie dann in Rente gehen, reicht das vorne und hinten nicht“, erläutert Sevgi Kahraman-Brust.

„In der Politik sind all diese Erkenntnisse schon längst angekommen“, meint Thomas Grziwotz aus dem Bergkamener Stadtrat, der seine Frau zu dieser Demo begleitet hatte. „Vielleicht erreichen die Frauen ja mit dem „equal-pay-day“ endlich auch mal die verantwortlichen Entscheidungsträger in den Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden.“ „Steter Tropfen höhlt schließlich den Stein“, ergänzt Andrea Brinkmann... - kdh

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