Eigenes Orchester für besondere Tage

Das Orchester in der Rünther Pfarrkiche Herz Jesu unter Leitung von Claudia Rose trifft sich zu besonderen Anlässen und Gottesdiensten, um zu musizieren.
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Das Orchester in der Rünther Pfarrkiche Herz Jesu unter Leitung von Claudia Rose trifft sich zu besonderen Anlässen und Gottesdiensten, um zu musizieren.

Rünthe - Wenn in der Rünther Herz-Jesu-Kirche besondere Gottesdienste gefeiert werden, sorgt meist auch ein außergewöhnliches Ensemble für die Musik: das eigene Kirchenorchester.

Die Idee dazu entstand 1998 oder 1999, so genau weiß das niemand mehr in der Gemeinde. Damals stellte man jedoch fest, dass es keine zum Krippenspiel passende Musik im Orgelautomaten, dem so genannten Orgamaten, gab. „Also mussten wir uns selbst etwas überlegen“, berichtet Claudia Rose von den Anfängen. „Wir haben dann überlegt, wer bei uns in der Gemeinde ein Instrument spielt und die Leute zusammengetrommelt.“ Die bunte Mischung aus Gitarren, Blas- und Streichinstrumenten prägt das Orchester bis heute, doch im Laufe der Jahre wuchsen die Musiker zum Teil über sich hinaus.

Wie Leon Pufahl, der einst als Steppke mit der Blockflöte kam, heute aber als junger Mann seine Querflöte einsetzt. Als sich das Orchester am vergangenen Sonntag kurz vor der Karnevals-Messe aus der Orgelempore einspielte, fragte er seine Mitspieler, ob er oktavieren, sprich alles eine Oktave höher spielen, solle. „Ja, wenn Du das kannst“, lautete die Antwort der Orchesterleiterin – und der anschließende gute Klang bewies den Wert seiner Idee. „Das ist doch kaum zu glauben“, stellte Melanie Rose, Mitspielerin der ersten Stunde, lachend fest. „Früher brauchtest Du ein Trittbänkchen, weil Du so klein warst und sonst nichts hättest sehen können, heute fragst Du, ob Du oktavieren sollst.“ Sie selbst ist eine der fünf Violinistinnen des Orchesters – und wie viele andere ihrer Mitspieler war sie einst Mitglied des Bachkreises am Städtischen Gymnasium und Schülerin der Musikschule Bergkamen.

Obwohl fester Bestandteil der Kirchengemeinde, ist das Kirchenorchester eher ein Projektensemble. Nicht immer treten alle elf Mitglieder gemeinsam auf. „Wir proben nur gezielt für unsere Auftritte“, erklärt Dirigentin Claudia Rose. Wer am Auftrittstag nicht kann, braucht auch nicht zu den Proben zu kommen. Und weil der nächste Auftritt erst an Weihnachten sein wird, haben die Musiker bis dahin komplett Orchesterpause. Erst kurz vorher wird wieder mit den Proben begonnen.

Gerade das begeistert Sandra Zuber am Kirchenorchester: „Es ist sehr angenehm, dass es keine festen Probentage gibt, sondern nur kurz vorher am Wochenende geübt wird, wenn ich hier bin“, sagt die Studentin. „So bekomme ich das gut hin und muss nicht komplett aufhören, zu spielen“, erklärt die 20-jährige Klarinettistin, die jahrelang dem BOB, dem Blasorchester der Musikschule, angehörte.

Auch Leon erlernte das Spiel seiner Instrumente an der Musikschule – und gehört sehr gern dem Kirchenorchester an, nicht nur, weil er auch Messdiener der Gemeinde ist. „Es ist einfach schön, ich kenne die Leute hier und habe hier auch neue kennengelernt“, sagt er. „Da es keine festen Probenzeiten gibt, ist das gut in meinem Alltag unterzubringen.“

Lange dauert es nun nicht mehr, dann greifen die Musiker zu ihren Instrumenten und beginnen mit dem Anspiel, kurz darauf stimmt die Gemeinde mit Gesang ein. Fünf Stücke spielte das Kirchenorchester im Karnevalsgottesdienst, dann sind Messe und Auftritt zu Ende. Jetzt heißt es warten, bis der nächste Auftritt ansteht und Claudia Rose ihre Orchestermusiker wieder zusammentrommelt.

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