Daran erinnerte Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller anlässlich des 68. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor Schülerinnen und Schülern des Städtischen Gymnasiums, des Bischöflichen Gymnasiums St. Michael und der Realschule. Zuvor legte er gemeinsam mit Sophia Maschelski und Jonas Ostermann in aller Stille einen Kranz am Mahnmal für die Opfer der Nazi-Verbrechen nieder.
In einer Gedenkstunde in der Aula des Städtischen Gymnasiums erzählten Schülergruppen von ihren bewegenden Erkundungen in Auschwitz, einem Ort des unfassbaren Schreckens. Seit 2005 steuern Kurse des „Städtischen“ regelmäßig Schlesien an, um das moderne Krakau, Kunst und Kultur, aber auch die Geschichte der Stadt unter deutscher Besatzung zu erfahren. So ist die einstmals 70 000 Mitglieder starke jüdische Gemeinde auf heute noch 1 000 geschrumpft. Höhepunkt ist stets der intensiv vorbereitete Besuch der Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau, in denen bis zu 1,5 Millionen Menschen aus rassischen und politischen Gründen vernichtet worden sind.
Unter welch unmenschlichen Bedingungen die Todeszüge aus ganz Europa unschuldige Kinder, Frauen und Männer in die Lager des Ostens deportierten, versuchte die Schülervertretung mit einem beklemmenden Experiment begreiflich zu machen. Mitschüler stellten sich auf die mit Paketband markierte Grundfläche eines Viehwaggons, in dem zu Dutzenden zusammengepfercht Juden den grausamen Transport erleiden mussten.
Das Unrecht von gestern mahne auch heute noch zu größter Wachsamkeit, forderte der Bürgermeister in seiner Ansprache. „Auch in unserer Stadt sind Menschen dazu bereit, auszugrenzen“. Egal, ob Juden, Türken oder Schwule, treffen könne die Ablehnung jeden. „Es kann ganz klein anfangen, schon mit einem doofen Witz“, appellierte Ruhmöller an die jungen Leute zu respektvollem Umgang miteinander, gerade auch in den Sozialen Netwerken wie Facebook und Twitter. Es sei eben „keine kleine Bande“ gewesen, die vor siebzig Jahren etwas angerichtet hat. Viele einfache Bürger seien zu Tätern geworden. „Immer wieder müssen wir uns ins Bewusstsein holen und wappnen, nicht selbst zu Tätern zu werden.“ - WA









