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Pokemon Go unsozial? Umfrage mit überraschendem Ergebnis

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Pokemon Go sorgt für mehr frische Luft und neue Freunde.

Braunschweig - "Pokemon Go"-Zocker wirken oft, als klebe ihr Blick so am Smartphone, dass sie nichts mehr um sich herum mitbekommen. Eine Studie kam nun jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis.

Eine Team von Wirtschafts-Informatikern der TU Braunschweig hatte 3235 "Pokemon Go"-Fans Online befragt, um herauszufinden, wie sich das Spiel auf seine Spieler auswirkt.

Vielspieler erleben Zusammenhalt

Mehr als die Hälfte der Befragten spielt Pokemon Go zwischen 30 Minuten und zwei Stunden pro Tag. Knapp ein Viertel der Studien-Teilnehmer gab jedoch an, täglich mehr als zwei Stunden die virtuellen Monster zu jagen. Knapp 60 Prozent dieser Vielspieler berichtete, durch Pokemon Go neue Personen kennengelernt zu haben und sich mit diesen über das Spiel auszutauschen. Bei immerhin 40 Prozent stellt sich auch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit ein - sie fühlen sich mit den anderen Spielern verbunden.

Besonders um die Arenen, in denen Kämpfe ausgetragen werden können, sammeln sich oftmals die Pokemon-Spieler, dort ist auch die Chance groß, mit anderen in Kontakt zu treten. Während das Spiel an einigen Plätzen bereits verboten wurde, sind die Arenen-Orte in Spieler-Kreisen meist auch bekannt: "In Braunschweig sind beispielsweise an der Alten Waage oder auf der Rasenfläche des Löwenwalls fast rund um die Uhr Spieler aktiv", erzählt Dr. Patrick Helmholz auf der Internetseite der TU Braunschweig.

Mehr Bewegung mit Pokemon Go

Dass das Spiel auch für mehr Bewegung sorgt, kommt zunächst wenig überraschend, denn man spielt es eben draußen. Folgerichtig gaben knapp 60 Prozent an, durch Pokemon Go mehr an der frischen Luft zu sein. Interessant ist dagegen, dass 55 Prozent der Befragten angaben, auch Umwege in Kauf zu nehmen, um den Punktestand zu erhöhen, indem sie neue Pokemon fangen oder eine Arena besuchen. 52 Prozent sagten demnach, dass sie ihren Wohnort durch diese Umwege besser kennengelernt hätten. Ein moderner Orientierungslauf also. 

Zusätzlich passen mehr als 40 Prozent der Umfrage-Teilnehmer die Art ihrer Fortbewegung dem Spiel an: "So wird vermutlich auf kürzeren Wegen häufiger zu Fuß gegangen oder das Fahrrad genutzt und das Auto stehen gelassen", erklärt Michael Meyer vom Braunschweiger Forschungsteam.

Die Umfrage fand in der zweiten Hälfte des August statt, also sechs Wochen nach dem Start von Pokemon Go in Deutschland. Mehr als 50 Prozent der Befragten waren zwischen 21 und 27 Jahre alt, nur ein kleiner Anteil war minderjährig. 

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rs

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