Teures Bedürfnis

Pinkel-Pause im Stau kostet Schweizer 550 Euro

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Stoßstange an Stoßstange quälen sich Autofahrer über die Autobahn. 

Was tun, wenn im Auto die Blase drückt? Verkneifen Sie sich auf alle Fälle ihr Bedürfnis, wenn Sie auf der Autobahn im Stau stehen. Für eine Pipi-Pause muss ein Schweizer rund 550 Euro blechen. 

Sommerzeit ist Stauzeit. Der Stillstand gehört dann auf den Fernstraßen und Autobahnen zum Alltag. Wer mit dem Auto unterwegs ist, braucht viel Geduld. Wenn dann noch die Blase Alarm schlägt, kann das wohl niemand gebrauchen. Keine Toilette weit und breit. 

So ähnlich ist es wohl einem 60-jährigen Autofahrer ergangen. Der Mann stand mit seinem Auto auf der A1 in der Schweiz fast eine halbe Stunde lang im Stau, wie 20min.ch, berichtet. Dann musste der 60-Jährige sein dringendes Geschäft erledigen. Dafür stieg er aus seinem Auto.

Seine Pinkel-Pause blieb jedoch nicht unbemerkt, wie auf der Nachrichtenseite zu lesen ist. Ein Polizeibeamter forderte den „Wildbisler“ auf, sofort wieder in sein Fahrzeug zu steigen. Nachdem der Autofahrer seine unaufschiebbare Sache erledigt hatte, stieg er wieder in den Wagen ein.

Saftiger Strafzettel

Für diese Aktion muss der Schweizer jetzt 600 Franken (rund 550 Euro) zahlen; 400 Franken Strafe plus 200 Franken Gebühr. Der Grund: „Nichtbefolgen polizeilicher Anweisungen“.

In der Schweiz ist es verboten im Stau aus dem Fahrzeug auszusteigen. Nothalte sind nach Aussagen von Polizeisprechern nur auf dem Pannenstreifen zulässig. Das dringende Bedürfnis Wasser zu lassen, zählt nicht als Notfall. 

Aussteigen und Pinkeln sind im Stau tabu

Auch in Deutschland ist das Betreten der Autobahn grundsätzlich nicht erlaubt. "Weder ein menschliches Bedürfnis noch das Wickeln eines Kindes stellen einen vom Gesetzgeber anerkannten Notfall dar. In solchen Fällen heißt es, bis zum nächsten Park- oder Rastplatz weiterzufahren", sagt Andreas Hölzel vom ADAC.

Laut Straßenverkehrsordnung ist das Betreten der Autobahn nur zur Unfallsicherung erlaubt. Wer dennoch erwischt wird, riskiert hierzulande ein Verwarngeld von 10 Euro. Steht jedoch der Verkehr bei einer Vollsperrung für lange Zeit still, werde die Polizei bei einem kurzen Aussteigen und "Sich-die-Beine-Vertreten" auf eine Anzeige verzichten, sagt Hölzel.

Doch auch wenn alles steht und nichts mehr geht, sollten Autofahrer die Autobahn nicht mit einem Parkplatz verwechseln.

ml

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