Rapper Pitbull heizt Düsseldorf ein

Auf jeden Fall ein Stimmungsmacher: US-Rapper Pitbull in Düsseldorf ▪
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Auf jeden Fall ein Stimmungsmacher: US-Rapper Pitbull in Düsseldorf ▪

DÜSSELDORF ▪ Nein, Pausen gönnt Pitbull sich und seinen 3500 Zuschauern kaum. Der US-amerikanische Rapper betritt mit schwarzem Anzug und schwarzer Sonnenbrille pünktlich um 21 Uhr die Bühne in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle – und von dem Moment an gibt der 31-Jährige mit seiner fünfköpfigen Band und DJ Vollgas.

Von Marcel Guboff

Wie gehetzt wirkt das Ganze zwar nicht. Dennoch ist das Konzert der Planet-Pit-Tour nach exakt 75 Minuten mit dem Nummer-eins-Erfolg „Give Me Everything“ beendet – ohne Zugabe.

Und mit wenigen Worten. Nur selten sucht Pitbull die Kommunikation mit seinem Publikum. Außer bei Fragen, ob jetzt alle verrückt werden – in Anspielung auf den Song „Krazy“ – oder bei der Aufforderung, in die Luft zu springen. Sprunghaft ist teilweise auch die Abfolge der Lieder. Einige sind so zusammengeschnitten, dass sie abrupt enden und nahtlos in das nächste übergehen.

Armando Christian Pérez, so Pitbulls bürgerlicher Name, arbeitet gerne und viel mit Musiker-Kollegen. Seine Raps und die Refrains mit Ohrwurm- und Mitsing-Charakter sind eingängig und erobern im Nu die Charts. Ein schlichtes Erfolgsrezept. Diese Kollaborationen mit bekannten Künstlern – meist aus dem R&B-Bereich – verhalfen dem US-Amerikaner kubanischer Abstammung wohl zu einem noch größeren Bekanntheitsgrad. Er sehe das als eine Plattform an, um die Fans des anderen zu erreichen, hatte er einmal in einem Interview gesagt. So dankt der 31-Jährige etwa Jennifer Lopez für den gemeinsamen Hit „On The Floor“. Den Part, den eigentlich Lopez singt, übernimmt schlichtweg das Publikum.

Dass die Künstler, mit denen der US-Amerikaner zusammenarbeitet, bei seinem eigenen Konzert nur aus der Konserve kommen, schadet der Stimmung ohnehin nicht. Denn Pitbull, dem 2009 mit „I Know You Want Me“ der internationale Durchbruch gelang, versteht sich auch als Einheizer. Während sich zum Beispiel auf der Leinwand Lippen passend zu „Let It Rain Over Me“ bewegen und die Stimme von Marc Anthony vom Band kommt, animiert Pitbull seine Fans zum Mitsingen und Hochspringen. Er selbst tanzt eigentlich immer mit – Hüftschwung inklusive.

Sein Gesäß bewegt Pitbull aber nicht nur zu eigenen Songs. Immer wieder stimmte sein DJ auch Hits anderer Künstler ein. Dazu singt er selbst ein Remix zum „Nossa“-Song „Ai Se Eu Te Pego“. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Maßnahme, sein Konzert mit fremden Liedgut zu bestücken. Doch Pitbull weiß eben, wie er die Stimmung seines Publikums bis an die Spitze treiben kann. Ein echter Einheizer, dem seine Fans sogar die fehlende Zugabe nicht verübeln.

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