Neue CD: Emile Parisien Quartet: Special Snack

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Emile Parisien Quartet: Special Snack

Emile Parisien Quartet: Special Snack (Act/Edel). Hören Sie einfach mal in den „Haricot Guide“ rein, den Bohnenführer. Den pathetischen Klavierakkorden folgt ein swingendes Sopran-Saxophon-Thema. Das aber bricht alle 30 Sekunden in sich zusammen für irgendwelche anderen musikalischen Einwürfe.

Immer neue Anläufe nimmt das Emile Parisien Quartet, und immer wieder entgleist ihnen die Musik. Das wirkt erst destruktiv, aber es entfaltet im Verlauf der mehr als zehn Minuten einen feinen Charme, dem man sich kaum entziehen kann. Der 1982 geborene Saxophonist knüpft bei John Coltrane an, spielt aber vorzugsweise das Sopransax, was der Musik eine sehr eigenwillige Färbung verleiht. Aber was er und seine formidablen Kollegen präsentieren, sprengt die Kategorien von Post-Bop, Free Jazz, Klangmalerei. Fünf Kompositionen, die kürzeste sechseinhalb Minuten, präsentiert das Quartett, und dabei legen sie einen hinreißenden Spielwitz und Humor an den Tag. Jedes dieser Stücke tritt als akustische Erzählung auf, ob nun in der zerbrechlichen Ballade „Mazout Damnation“, die sich nach gut neun Minuten in explosivem Krach entlädt, sei es in den percussiven Spielereien von „Les Flics de la Police“, das wie ein Soundtrack anmutet. - Ralf Stiftel

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