Haus Opherdicke eröffnet mit „Frauenansichten“

Blick auf das Haus Opherdicke in Holzwickede, das in den vergangenen Jahren saniert wurde. ▪
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Blick auf das Haus Opherdicke in Holzwickede, das in den vergangenen Jahren saniert wurde. ▪

Von Achim Lettmann ▪ HOLZWICKEDE–Über dem Kamin hängt Emil Noldes Aquarell „Mädchenkopf“. Das klare Profil der jungen Frau gehört zu den Höhepunkten der Ausstellung „Frauenansichten“, die zur Wiedereröffnung des Haus Opherdicke gezeigt wird. Das alte Herrenhaus in Holzwickede, das seit den 80er Jahren für den Kreis Unna zu einer Kultur- und Begegnungsstätte geworden ist, konnte für 1,95 Millionen Euro saniert werden. Ein Hauptbestandteil der Baumaßnahme ist ein 280 Quadratmeter großer Ausstellungsbereich im ersten Geschoss. Hier ist neuste Licht- und Klimatechnik installiert worden. Der Kreis Unna hat nun einen erstklassigen Ausstellungsort für bildende Kunst dazubekommen.

Die ersten 80 Bilder gehören zur Sammlung Brabant, die in Teilen bereits 2007 auf Schloss Cappenberg gezeigt wurde. Frank Brabant will auch künftig mit dem Kreis Unna zusammenarbeiten. „Das mit der Stiftung geht in Ordnung“, sagte er im Haus Opherdicke. Er wolle seine Bilder einbringen, wenn hier ein Museumsbetrieb entstehe. Mit dem Geld einer Stiftung könnten Kunstprojekte angestoßen werden. Man müsse über die Region hin-ausgehen, so der Sammler. Kulturdezernent Rainer Stratmann ist sich sicher, dass man im nächsten Jahr zu einem guten Stiftungsabschluss kommt. „Das Haus Opherdicke wird die gute Stube des Kreis Unna“, sagte Landrat Michael Makiolla und fügte hinzu: „Ohne das Konjunkturpaket II wäre die Baumaßnahme nicht möglich gewesen.“ Auch in Unna muss gespart werden.

Mit dem Haus Opherdicke entwickelt der Kreis allerdings eine Perspektive. Zum Ruhrtal hin sind Flächen angekauft worden. Die Außenanlage um das Herrenhaus soll ab 2012 gestaltet werden. In östlicher Richtung ist ein englischer Garten geplant. Und was das Ausstellungsgeschäft anbelangt, denkt Kultur-Fachbereichsleiter Thomas Hengstenberg an eine „Synchronisation mit Cappenberg“. Unna hat aus dem Kulturhauptstadtjahr gelernt. „Mit Kultur wurde mehr Umsatz gemacht“, sagte Rainer Stratmann, der auch als Kreisdirektor für Unna arbeitet. Im Haus Opherdicke werden weiterhin Musik und Kultur veranstaltet. Außerdem können Bürger Räume für Feste und Geburtstage mieten – wie bisher.

Das Haus bietet ein „Kulturcafé“ (ab Dienstag geöffnet), einen Museumshop, erschlossene Räume wie das Kaminzimmer (mit Noldes „Mädchenkopf“), Balkone mit Blick ins Ruhrtal und einen Aufzug. Behindertengerecht und barrierefrei ist Haus Opherdicke. Der Westturm ist als Fluchtweg ganz für den Brandschutz umgewertet worden. Die Decken sind ausgetauscht, und die alten Fichtenhölzer mussten eleganten Dielen weichen – Eichenholz, geräuchert.

Eröffnung

Samstag, 30 April: Führungen durch das Haus und die Ausstellung „Frauenansichten“, 14-17.30 Uhr; Kinderaktionen.

Sonntag, 1. Mai: 11.30 Uhr: Vortrag zur Ausstellung. Führungen; Kinderaktionen, Musik: Streichquartett der Neuen Philharmonie und Claudius Reimann, Saxophon

Frauenansichten, 30. April bis 10. Juli, di-so 10.30-17.30 Uhr; Katalog 25 Euro

http://www.kreis-unna.de

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