Ausstellungsjahr 2016 bietet große Kunst und alte Schätze

Das Gustav-Lübcke-Museum Hamm zeigt das Gemälde „Birken vorm Kornfeld“ des Worpsweder Malers Fritz Overbeck.
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Das Gustav-Lübcke-Museum Hamm zeigt das Gemälde „Birken vorm Kornfeld“ des Worpsweder Malers Fritz Overbeck.

HAMM - Quer durch die Kunstgeschichte von mittelalterlichen Altartafeln bis zu abstrakter Malerei kann der Kunstfreund im gerade begonnenen Ausstellungsjahr streifen. Die Museen des Landes bieten spannende Themenausstellungen von der Technik der alten Römer bis zu dem Design der Gewalt. Man kann die Schönheit vietnamesischer Artefakte bestaunen und sich über Geschlechteridentitäten informieren. Hier eine Übersicht:

- Das Landesmuseum für Kunst und Kultur in Münster stellt einen der wichtigsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts vor: „Henry Moore. Impuls für Europa“ (ab 11.11.) lautet der Titel der Retrospektive auf den Briten, dessen Werke im Kontext weiterer Künstler wie Picasso und Beuys präsentiert werden. Die Schau entsteht in Kooperation mit der Tate Gallery in London. Außerdem präsentiert das Haus eine kulturhistorische Präsentation über Geschlechteridentitäten und queere Bewegungen. „Homosexualität_en“ (13.5.–4.9.) ist eine Kooperation mit dem Schwulen Museum Berlin.

Das Picasso-Museum stellt Werke großer Künstler vor. So steht das zeichnerische Schaffen des großen Architekten Le Corbusier auf dem Programm (13.2.–24.4.). Und in einer großen Übersicht wird die eigene Sammlung mit Werken von Picassos großem Rivalen Henri Matisse vorgestellt, ergänzt um bedeutende Leihgaben (ab 28.10.).

- Das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm bietet in Kooperation mit Museen in Belgien und den Niederlanden die Ausstellung „Hightech Römer“ (1.5.–30.10.), die die hochentwickelte Technik der Antike bewusst machen will, mit Filmen und Mitmach-Stationen, aber auch mit kostbaren Originalen. Außerdem gibt es eine Sonderausstellung über die „Künstlerkolonien des Nordens“ (ab 18.12.), die nicht nur die Maler aus Worpswede in den Blick nimmt, sondern auch weniger bekannte Zentren wie Ahrenshoop und Hiddensee.

- Das Kunstmuseum Ahlen präsentiert in der Ausstellung „Die Freiheit muss man nehmen“ eine der wichtigsten Künstlerinnen des Surrealismus, die mit ihrer Pelztasse eine der Ikonen des 20. Jahrhunderts schuf: Meret Oppenheim (14.2.–1.5.).

- Das Museum Ostwall im Dortmunder U stellt einen der charismatischsten Künstler der Fluxus-Bewegung vor, den Grafiker, Bildhauer, Dichter, Musiker Dieter Roth. Er arbeitete mit Gewürzen, Wurstscheiben, Schokolade, Kaninchenkot und anderen ungewöhnlichen Materialien, er formte Objekte und ließ andere verschimmeln. Die Schau „Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke des Dieter Roth“ (20.5.–28.8.) greift auf den 200 Werke umfassenden Dortmunder Bestand, aber auch auf ebenso viele Leihgaben zurück.

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt eine umfassende Werkschau zum Berliner Fotografen Willy Maywald, der vor allem als Modefotograf für Christian Dior in Paris und mit Künstlerporträts berühmt wurde (30.4.–18.9.).

- Das Landesmuseum für Archäologie in Herne eröffnet erstmalig in Europa Einblicke in Vietnams nahezu unbekannte Kulturschätze. Die Ausstellung „Aus dem Land des aufsteigenden Drachen“ (ab Ende September) bietet anhand der bedeutendsten Funde der letzten 50 Jahre einen kulturhistorischen Überblick von der Steinzeit bis in die Gegenwart.

- Das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen knüpft an das Großprojekt „China 8“ des letzten Jahres an und zeigt Werke des chinesischen Bildhauers Ren Rong in der Retrospektive „Lasst hundert Blumen blühen“ (21.2.–15.5.).

- Das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal zeigt eine Retrospektive mit Werken des britischen Bildhauers Tony Cragg, der seit den 1970er Jahren in Wuppertal lebt (19.4.–14.8.). Im Herbst steht wieder ein großer Impressionist auf dem Programm, Edgar Degas, der Meister der Badenden und Ballett-Tänzerinnen, diesmal im Dialog mit dem Bildhauer Auguste Rodin (ab 25.10.).

- Das Museum Folkwang in Essen präsentiert den französischen Meister abstrakter schwarzer Bilder, Pierre Soulages (15.1.–26.6.). Es folgen Werkschauen von Thomas Struth, einem der wichtigsten deutschen Gegenwartsfotografen (4.3.–29.5.) und vom Elsässer Karikaturisten und Grafiker Tomi Ungerer (18.3.–16.5.).

- Die Ludwig Galerie Oberhausen startet mit „American Pop Art“ aus der Sammlung Heinz Beck, die vor allem Grafik und Multiples umfasst (24.1.–16.5.). Eine Kabinettausstellung bietet als Kontrast Altartafeln des Mittelalters zum Thema Sterben, „Der gute Weg zum Himmel“ (21.2.–8.5.). Im Herbst folgt heitere Kost, das zeichnerische und malerische Werk des Komikers Otto, das mehr bietet als nur Ottifanten (ab 25.9.).

- Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf zeigt im K20 eine Werkschau des Fotokünstlers Andreas Gursky, der mit monumentalen, zum Teil computerbearbeiteten Tafelbildern berühmt wurde (2.7.–6.11.). Im K21 wird dem italienischen Maler Alberto Burri, einem der wichtigsten Vertreter der Arte Povera, eine Werkschau ausgerichtet (5.3. –3.7.).

Das Museum Kunst Palast widmet dem Schweizer Bildhauer Yves Tinguely in Kooperation mit dem Stedelijk Museum Amsterdam eine Retrospektive, mit monumentalen Raumarbeiten wie der 17 Meter großen Skulptur „Große Méta-Maxi-Maxi-Utopia“ (23.4.–14.8.).

- Das Museum Ludwig in Köln zeigt eine große Ausstellung mit Arbeiten des französischen Malers Fernand Léger“ (9.4.–3.7.), ausgehend vom Wandgemälde „Les Plongeurs“, das er 1942 für ein Haus in New York schuf und das von Peter und Irene Ludwig für das Museum angekauft wurde.

Das Wallraf-Richartz-Museum bietet als besonderes Highlight die Ausstellung „Von Dürer bis van Gogh“ (ab 23.9.) mit Meisterwerken der Schweizer Sammlung Bührle von der Gotik bis zum Kubismus.

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