Nie war weniger Metal – doch nie kamen mehr Menschen zu Hamms beste Band in die Zentralhallen. Und nie war die Stimmung geiler als an diesem 5. November 2005.

Hamms Beste Band 2005
Deshalb gleich zu Beginn ein dicker, dicker Dank an mehr als 1.500 Besucher, die HBB 2005 in vielerlei Hinsicht unvergesslich gemacht haben. Davon können sicherlich auch JESTER’S CAP ein Lied (…) singen. Das vor dem Split stehende Quintett nutzte die Gelegenheit, um sich zünftig von allen Fans und Freunden zu verabschieden. Nicht einmal die riesige Stein- Schülerband hatte bei ihren zwei HBB-Gastspielen mehr Menschen auf der Bühne stehen als die souverän aufspielenden Rocker, als zum letzten Song Dutzende die Bühne enterten und gemeinsam mit den Musikern ein wahrlich eindrucksvolles Bild boten. Schade allein, dass die Vorstellung in einem weitgehend matschigen Soundbrei versinken musste.
TEARDROP hatten es danach erwartungsgemäß schwer, die gitarrenverwöhnten Hammer für sich zu gewinnen. Die meisten zogen das Bier im Foyer dem deutschen Hiphop vor, und so schickten sich die fünf Rapper an, ihre professionelle und überaus motivierte Vorstellung primär für den eigenen Fanclub durchzuziehen. Leider gingen auch hier die durchaus hörenswerten Texte im Klangbrei der von CD kommenden Musik völlig unter.
Mehr Glück hatte im Anschluss MAZAR, der seinen souligen Edel-Hiphop mit cleveren Texten und neunköpfiger Band auf musikalisch hohem Niveau verkaufte. Ihm gelang, was nur wenigen gelingt: die HBB-Atmosphäre zu seinen Gunsten zu nutzen und die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.
Musikalisch absolut entgegengesetzt: MAKE A STAND. Die Überraschungssieger des Nachwuchswettbewerbs im JZ Südstraße brachten mit knackigem, frechem Funkrock der Make Chili Peppers ordentlich Bewegung ins Volk. Bemerkenswerte Instrumentalleistungen inklusive. Man mag nicht glauben, dass Bassmann Niklas Corall erst seit einem Jahr sein Werkzeug bedient. Wenn nun noch an der Garderobe gearbeitet wird, dann sollte überragenden Erfolgen in Zukunft wenig im Wege stehen.
Als Nachrücker für Oasis Musik ins Rennen gegangen, fegten MISSION TO MARS anschließend wie ein Wirbelwind durch die Masse. Fetziger, harter Rock mit hohem Melodieanteil und stimmigem Chorgesang aus ähnlichem Hause wie Que Pasa? brachte die Fans in Bewegung. Man merkt, dass die Drei (jeder für sich wie gemeinsam) schon einiges an Bühnenerfahrung auf dem Buckel haben.
Dann CURKLIN, für viele nach dem tollen zweiten Platz 2004 die Titel-Favoriten dieses Abends – nimmt man die Einträge in den diversen Internetforen als Basis. Es kam, wie es kommen sollte: ekstatisch, schräg und schön war’s. Gekleidet in hypermodernen braunen Cordanzügen, hatte das Quartett mehr mit den Tücken der Technik als mit der Bewunderung des Publikums zu kämpfen, das sich in seinen hohen Erwartungen an Optik und Sound offensichtlich bestätigt sah. Dass die jüngste Band des Abends die stimmungsvollste sein würde, war schon im Vorfeld zu erahnen gewesen.
Die meisten Stimmkarten für DAM SONIC waren bereits ausgefüllt, noch bevor die Drei überhaupt einen ihrer drei Akkorde ins Publikum geblasen hatten. Wie auch immer: Sie wurden den Erwartungen vollauf gerecht. Mit ihrem einfachen, aber ungemein effektiven Fun-Punk à la Sum 41 brannte ein halbstündiges Feuerwerk ab, das einfach Spaß machte.
Der Aufwecker des Abends schließlich waren UNDER 7 BRIDGES. Die Jungs um Shouter Gulle bliesen ihren knallharten Crossover-Metal (leider etwas zu laut) in jene dankbaren Fans, die bis dahin wehmütig weitere Vertreter der harten Fraktion vermissen mussten. U7B gelang das Kunststück, die Fans auch nach fast vier Stunden Musik noch einmal richtig aufzumischen und unter diesen einen fast schon beängstigenden Druck in Richtung Bühne zu entwickeln.
Die WA-Band als Veranstalter schuldet einen Menge Leuten Dank, weil es die Veranstaltung ohne sie schlicht nicht (und schon gar nicht zu einem derart niedrigen Eintrittspreis) möglich wäre. Herausheben möchten wir die Hauptsponsoren Sparkasse, Stadtwerke und Isenbeck, Sound-Mann Achim Matzka und sein Team für die perfekte Zusammenarbeit unter schwierigsten Bedingungen, die jungen Leute von H.O.T. für die Betreuung der Garderobe, die Jury mit Klaus Rüter, Rainer Wilkes, Sloopy Bialas und Tim Reckmann (die sich viele Gedanken gemacht hat).
Hier das endgültige Ergebnis:
1. Dam Sonic (Jury: 29 Punkte/Publikum: 9 Punkte - insgesamt: 38 ) (254 Publikumsstimmen)
2. Curklin (25/7 - 32 ) (183 Publikumsstimmen)
3. Mazar (24/5 - 29 ) (95 Publikumsstimmen)
4. Mission To Mars (24/4 - 28 ) (83 Publikumsstimmen)
5. Make A Stand (20/1 - 21 ) (41 Publikumsstimmen)
6. Under 7 Bridges (9/6 - 15 ) (155 Publikumsstimmen)
7a. Teardrop (9/2 - 11 ) (74 Publikumsstimmen)
7b. Jester's Cap (8/3 - 11 ) (82 Publikumsstimmen) Abgegebene Publikumsstimmen: 967 (Zur Erklärung: Die bestbewertete Band bekommt von jedem Jury-Mitglied 9 Punkte, die zweite 7, die dritte 6, die vierte 5 und so weiter.)



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