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Weitgehend friedliche Demos am Feiertag in Hamm

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© Mroß

[UPDATE 20 Uhr] HAMM - Polizisten und Streifenwagen prägten am Freitag das Bild in Teilen Hamms. Zwei Demonstrationszüge waren von der Innenstadt in das nördliche Stadtgebiet gezogen. Die Polizei zeigte sich im Anschluss "weitgehend zufrieden", beklagte aber vier Verletzte in ihren Reihen.

Nach einem verzögerten Start rund um den Bahnhof gegen 14 Uhr konnte die Polizei gegen 17.30 Uhr das Ende sowohl der rechten Demo wie auch des Zuges der Gegendemonstranten vermelden. Unterm Strich waren die Veranstaltungen bei sonnigem Spätsommerwetter relativ friedlich verlaufen. Probleme bereitete jedoch in der Mittagszeit eine Sitzblockade von linken Demonstranten im Bahnhof.

Noch vor Beginn der Rechten-Demo hatten sich dazu rund 150 Personen im Gleistunnel versammelt. Da die Blockade in der Form nicht angemeldet war,

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Sitzblockade im Bahnhof. © Mroß

forderte die für den Bahnhof verantwortliche Bundespolizei, den Bereich zu verlassen. Dieser Aufforderderung kamen die meisten der Demonstranten schließlich nach. Bei der weiteren, vom Land NRW verfügten Räumung des Gebäudes unter Mithilfe der Einsatzpolizei gab es zunächst keine nennenswerten Probleme, sodass die erste aus Dortmund eintreffende Gruppe der Rechten gegen 13.20 Uhr problemlos zum Westausgang gelangte.

Die ganze Räumungsaktion wurde von einem Sprecher des Bundespolizei als "recht friedlich" beschrieben. Allerdings wurde im Nachhinein bekannt, dass bei der Auflösung der Blockade eine Polizeibeamtin verletzt wurde. Drei weitere Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen, als Versammlungsteilnehmer den Bahnhof verließen. Es kam zu Widerstandshandlungen und Körperverletzungen. Drei Tatverdächtige wurden ermittelt und bis zum Ende der Demonstrationen festgenommen. Das Aufeinandertreffen beider Gruppierungen am Bahnhof konnte die Polizei verhindern.

Weitere Fotos:

Der linke Demonstrationszug setzte sich gegen 13.45 Uhr in Bewegung, während die Rechten zunächst noch am Westausgang des Bahnhofs

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Der Zug der Rechten in Bewegung. © Körtling

Redebeiträgen lauschten. Die Gruppe der Gegendemonstranten war deutlich größer als zunächst erwartet. Die Piratenpartei twitterte zeitig die Zahl von "bestimmt 700 Teilnehmern"; eine Zahl, die auch von der Polizei schließlich bestätigt wurde. Die Zahl der rechten Demonstranten wurde mit rund 200 angegeben.

Nach Beendigung der Versammlung der Gegendemonstranten durch den Versammlungsleiter meldeten rund 60 Personen im Bereich der Münsterstraße eine Spontandemonstration an. Sie endete mit friedlichem Verlauf auf dem Bahnhofsvorplatz.

Aus den Reihen der Demonstrationsteilnehmer nahm die Polizei insgesamt sieben Personen fest; neun Platzverweise wurden ausgesprochen. Nach Angaben der Polizei wurden 26 Strafanzeigen erstattet - unter anderem wegen Beleidigung, Widerstand gegen Polizeibeamte und Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. Die Verkehrsstörungen während der Aufzüge hielten sich in Grenzen. Rund 40 Anrufe gingen am Bürgertelefon ein. Dabei ging es im Wesentlichen um Fragen zur Verkehrssituation.

Die Polizei hatte die Wege der Demonstranten weiträumig abgesperrt und die Anwohner vorher umfassend informiert. Die Hammer Beamten wurden durch auswärtige Polizeikräfte unterstützt; zudem war die Bundespolizei in eigener Zuständigkeit im Bahnhofsbereich vor Ort. Über der Innenstadt kreiste zudem ein Polizeihubschrauber. Wieviele Beamte insgesamt im Einsatz waren, wurde nicht mitgeteilt.

Polizeidirektor Bertram Welsing und Polizeipräsident Erich Sievert äußerten in ihrer abendlichen Bilanz ihr Bedauern, dass bei dem insgesamt friedlichen Einsatz vier Beamte leicht verletzt wurden. Sie sind allerdings weiterhin dienstfähig. - han/WA

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