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Weißrussische Kinder zu Gast bei den Naturfreunden

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Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch hieß die Naturfreunde und ihre Gäste aus Weißrussland in Hamm und insbesondere im Maximilianpark willkommen – mit dabei waren auch Kinder aus den Gastfamilien.
Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch hieß die Naturfreunde und ihre Gäste aus Weißrussland in Hamm und insbesondere im Maximilianpark willkommen – mit dabei waren auch Kinder aus den Gastfamilien. © Mroß

WERRIES -  Mit einem Superlativ begannen am Donnerstag für 17 Kinder und drei Betreuer aus Weißrussland die ereignisreichen Tage in Hamm. Als „größten Elefanten der Welt“ kündigte Bezirksvorsteher Björn Pförtzsch den Gästen der Naturfreunde Werries die Sehenswürdigkeit im Maximilianpark an, in den er die Gruppe eingeladen hatte.

So gut die Laune bei allen Gästen und Gastgebern auch ist, der Hintergrund des vierwöchigen Besuchs in Deutschland ist ein ernster: Das Immunsystem der Kinder aus einem der am stärksten von der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986 betroffenen Gebiete ist geschwächt, wird aber durch einen Aufenthalt in Deutschland deutlich gestärkt.

Nach wahrhaft sommerlichen Wochen im Naturfreunde-Haus in Schwerte-Westhofen mit Aktionen in der Ökostation, kreativen Projekten, Ausflügen, Sport und insbesondere Wasserspielen sind die acht- bis 13-jährigen Kinder und ihre Betreuer jetzt in Gastfamilien in Hamm untergebracht. Die Naturfreunde haben dazu ein vielseitiges Programm vorbereitet: Heute geht’s ins Maximare, später in den Tierpark, zum kreativen Gestalten nach Wiescherhöfen, an den Möhnesee und in die Geithe.

Seit 1992 pflegen die Naturfreunde, allen voran Vorsitzender Karl-Heinz Wolters, die Kontakte mit der Belorussischen Republik, genauer mit den Menschen in dem Dorf Gorotschitschi. Zum zehnten Mal findet der Besuch statt, und genauso oft war Wolters zum Gegenbesuch in Osteuropa. Alle zwei Jahre kommen die Gäste, zwei Mal hintereinander, damit der medizinisch nachgewiesene Erholungseffekt sich einstellt.

Rund 200 strahlenbelastete, aber nicht erkrankte Kinder, überwiegend aus der Dorfschule mit ihren rund 80 Schülern, haben in den vergangenen 21 Jahren von dem Besuchsprogramm profitiert. „Selbstverständlich“ lasse sich der Erholungseffekt bei den Kindern feststellen, sagt Schulleiterin Valentina Timoschenko. Doch Gesprächsthema ist er angesichts der vielen Reiseeindrücke nicht. Die Besuche bedeuten ihnen vor allem viel wegen der neuen Bekanntschaften und der Freundschaften, die sie geschlossen hätten, sagt sie. Bei den Kindern seien die Besuche stets ein Thema.

Wenn die Gäste am Donnerstag die 36-stündige Heimreise im Bus antreten, nehmen sie mit der Aussicht Abschied, in zwei Jahren noch einmal kommen zu dürfen – sofern Weißrussland solche Programme noch erlaubt. Seitens der Naturfreunde solle der Kontakt keinesfalls abbrechen, stellt Wolters klar. Dabei weiß er, dass er nicht nur auf die Unterstützung der Naturfreunde bauen kann. Der Kreis der Gastfamilien ist gewachsen. Überwältigt ist Wolters auch von den Sachspenden nach dem jüngsten Aufruf. „Das ist super gelaufen“, sagt er. „Ich glaube, ich bin durch die ganze Stadt gefahren, und wir haben tolle Sachen bekommen“ – vor allem Kleidung für die Kinder, die sie zu Hause sicherlich auch an eine unvergessliche Zeit in Deutschland erinnern werden.   - ha

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