Tankstellen-Dilemma in Hamm

Bei Westfalen volltanken für 50 Cent?! Polizei schlichtet

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Schon nach wenigen Minuten waren die regulären Preise an der Westfalen-Tankstelle wieder hergestellt.

HAMM - Volltanken für weniger als einen Euro: Für eine halbe Stunde wurde in der Nacht zu Samstag der Traum aller Autofahrer wahr. Auf 0,009 Euro, also weniger als ein Cent, war der Spritpreis an einigen Westfalen-Tankstellen gefallen - unter anderem an der Station an der Werler Straße.

Auslöser war eine technische Panne, doch die sprithungrige Kundschaft pochte auf Vertragserfüllung...

Die Nachricht von den sensationellen Preisen machte offenbar rasend schnell die Runde. Zwei bis drei Autofahrer hatten gegen 23.30 Uhr die Chance zum „Freitanken“ an der Werler Straße genutzt und via Handy und Facebook ihre Bekannten und Freunde auf die einmalige Chance aufmerksam gemacht. Egal ob Super oder Diesel: Alles kostete schließlich nur knapp einen Cent pro Liter. Sowohl die Anzeige am Preismast als auch die an der Zapfsäule zeigten den märchenhaften Dumping-Kurs an.

Die Aushilfskassiererin informierte ihren Chef über den radikalen Preisverfall und wollte den Betrieb einstellen – zumindest solange, bis der offensichtliche Systemfehler wieder behoben war. Das allerdings sahen die Kunden nicht ein. Folge: Die Stimmung am Zapfhahn schaukelte sich bedrohlich auf. Gegen 23.45 Uhr traf die Polizei an der Station ein, um schlichtend einzugreifen. Laut Polizeisprecher Ulrich Biermann standen rund zehn potenzielle Kunden mit ihren Autos auf dem Gelände. „Wir haben dem Pächter geholfen sein Hausrecht durchzusetzen. Nach kurzer Zeit hatten sich die Gemüter wieder beruhigt“, sagte Biermann.

Der Pächter selbst wollte nicht mit unserer Zeitung sprechen und verwies an die Westfalen-Zentrale in Münster. Konzernsprecher Stefan Jung bestätigte den Vorfall schließlich. „Das war eine sehr unangenehme Situation, und wir können uns dafür nur entschuldigen.“ Einige Dutzend Tankstellen – mehrere in Hamm – seien betroffen gewesen. Den Vorgang an der 24-Stunden-Station an der Werler Straße bezeichnete Jung als „Extremfall“. Von anderen Standorten seien keine Beschwerden bekannt geworden. Das bestätigte auch die Hammer Polizei.

280 Stationen zählen zum Netz der Westfalen-Kette. Die Preise werden zentral von Münster aus gesteuert. Ein Computerpanne sei am Freitagsabend Auslöser gewesen. Der Fehler sei abgestellt worden, ein Wiederholungsfall sei auszuschließen, so Jung. Gegen 0.20 Uhr funktionierte alles wieder planmäßig. Wer dann wieder tanken wollte, musste gewohnt tief in die Tasche greifen. - fl

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