Rattengift oder Schneckenkorn als Ursache?

Hündin in Rhynern verendet: Gerüchte über mögliche Giftköder

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Im Waldstück nahe des Kleingartenvereins „Zur schönen Aussicht“ soll der Hund das Gift aufgenommen haben.

[UPDATE 18.25 Uhr] Rhynern - Große Aufregung herrscht zurzeit bei Hundehaltern in Rhynern. Denn seit einigen Tagen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Giftköder für Hunde ausgelegt worden sind. Doch es könnte sich ebensogut um Rattengift oder Schneckenkorn handeln.

Die Schäferhündin einer Familie aus Rhynern war im Anschluss an einen Spaziergang an den Folgen einer Vergiftung verendet. Unklar bleibt, ob tatsächlich ein Hundehasser Köder präpariert hat. Im Internet, auf den Straßen und in den Geschäften Rhynerns ist das Thema aktuell jedenfalls sehr präsent.

Angst und Wut, zum Teil auch Hass auf einen unbekannten Täter, den es vielleicht gar nicht gibt, werden zum Ausdruck gebracht.

Wilde Gerüchte ohne Hinweis

„Wenn ich den in die Finger kriege“, heißt es dort unter anderem. Dass über soziale Netzwerke vor möglichen Giftködern für Hunde gewarnt wird, kommt sehr häufig vor. Viele Gerüchte machen rasend schnell die Runde. „Die verlaufen aber zumeist im Sande“, meint Hamms Polizeisprecher Ulrich Biermann.

Was zumeist fehlt, so auch diesmal in Rhynern, ist der konkrete Hinweis auf ein Verbrechen. Denn unklar ist, ob die Vergiftung auf ein extra für Hunde präpariertes Fleischstück oder ähnliches zurückzuführen ist.

Als mögliche Todesursache kommen auch Rattengift und Schneckenkorn in Betracht. Letzteres wurde auf einem angrenzenden Acker gesichtet, auf dem Raps eingesät wurde. Tödlich endet die Aufnahme von Schneckenkorn für einen Hund aber nur in größeren Mengen, ein Korn reiche da in der Regel nicht aus, sagt Vera Altena von der Tierarztpraxis Erbing in Rhynern. Dennoch warnt sie Hundehalter davor, ihre Hunde auf den Äckern frei herumlaufen zu lassen.

Junge Hündin verendet

Was ist passiert? Das Herrchen war mit der jungen Hündin am vergangenen Donnerstag im Waldstück zwischen Schützenplatz und der Straße Auf dem Döhn sowie anschließend auf der Zuwegung des Kleingartenvereins „Zur Schönen Aussicht“ unterwegs. Wieder zu Hause angekommen, ließ der Besitzer den Hund kurze Zeit im Haus unbeobachtet und fand ihn anschließend tot vor.

Polizei benötigt konkrete Hinweise auf Straftat

Sehr wohl nimmt die Polizei dennoch die Schilderungen der Bürger in Rhynern ernst: „Wir würden solchen Fällen gerne nachgehen, da es sich ja um eine Straftat handeln würde “, so Biermann. Daher rät er in solchen Fällen den Betroffenen, unbedingt Anzeige zu erstatten. Dazu sei aber eine tierärztliche Dokumentation erforderlich, die nachweist, dass der Hund an einer Vergiftung gestorben ist.

„Wennmöglich sollte auch der Köder sichergestellt werden“, erklärt Biermann die Vorgehensweise, damit die Polizei konkret tätig werden könne.

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