Vergewaltigungs-Prozess: Zeugenstuhl blieb leer

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Hier im Dunantweg hinter der HSHL passierte die Tat.

Hamm/Dortmund - Unangenehme Überraschung im Dortmunder Landgerichtsprozess gegen die beiden wegen Vergewaltigung angeklagten Asylbewerber: Beim Prozesstermin am Dienstag blieb der Zeugenstuhl leer.

Geladen war ein Mann aus Guinea, ebenfalls Asylbewerber, der dem mutmaßlichen Opfer in der Tatnacht zu Hilfe geeilt sein soll. Die beiden 19 und 24 Jahre alten Iraker sind angeklagt, in den frühen Morgenstunden des 8. Augusts am Dunantweg eine 18-jährige Schülerin mit einem Messer bedroht und brutal vergewaltigt zu haben.

Durch das zufällige Vorbeikommen des Guineers konnten offenbar weitere sexuelle Übergriffe verhindert werden; auch soll der Bewohner der Asylbewerberunterkunft bei der Identifizierung der beiden mutmaßlichen Vergewaltiger wesentlich geholfen haben. Ein wichtiger Belastungszeuge also, der offenbar durch das unterschiedliche Interessen von Behörden nicht zum Termin erscheinen konnte.

Guineer nach Belgien abgeschoben

Trotz Bittens der Staatsanwaltschaft, den Asylbewerber wegen des laufenden Strafverfahrens nicht abzuschieben, ist die Ausländerbehörde doch aktiv geworden, hat den schon länger in Deutschland lebenden Guineer vor wenigen Wochen nach Belgien abgeschoben. Bereits im Februar vergangenen Jahres war ein erster Abschiebeversuch gescheitert, nun wollte oder musste die Behörde unter Termindruck erneut aktiv werden, um überhaupt eine Abschiebung durchsetzen zu können.

Das Gericht will nun von der Behörde erfahren, ob in Belgien eine Anschrift des wichtigen Zeugen bekannt ist - dann wird er zu einem späteren Verhandlungstag aus dem Nachbarland zu seiner Aussage anreisen müssen.

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