Piratenpartei in Hamm: Kritik aus eigenen Reihen

Mroß 
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In der Kritik: Martin Kesztyüs und die Piratenpartei. ▪

HAMM ▪ Meuterei unter den Hammer Piraten? Partei-Mitglied Tim Reckmann – bekannt als Hamm-Wiki-Vereinsvorsitzender und umtriebiger Internet-Aktivist – übt öffentlich heftige Kritik an der politischen Bewegung. „Aktuell eignen sich die Piraten allenfalls als Protestwähler-Partei“, befindet Reckmann.

In einem Schreiben attackiert Reckmann besonders Martin Kesztyüs, der als Direktkandidat in Hamm (Wahlkreis 118) antritt.

Als „falsch“ weist Kesztyüs die Einschätzungen Reckmanns zurück, die Hammer Piraten stünden sich bei ihrer politischen Arbeit selbst im Weg und er wolle sich als Direktkandidat in den Vordergrund drängen.

„Bei den Piraten in NRW hat es bisher keine Kandidaten auf Plakaten gegeben und deswegen war auch in Hamm nie die Rede von Plakaten mit meinem Konterfei. Abgesehen davon, dass wir in Hamm überhaupt keine eigenen Plakate planen und drucken, gibt es auch auf Landesebene die Einstellung: Keine Kandidaten auf die Plakate; als ,Gesichter’ nur Basis-Piraten“, hält der Piraten-Kandidat dem Vorwurf entgegen, dass er sein Konterfei auf Plakaten sehen möchte. „Was wir in Hamm haben, ist ein selbst hergestellter Kandidatenflyer, auf welchem wir neben den beiden Listenkandidaten Robert Stein und Stefan Bröse auch den Direktkandidaten vorstellen. Die Idee und die Inhalte zu diesem Kandidatenflyer stammen zudem vom Pressesprecher Kai Uwe Joppich und waren keine Ideen von mir.“

Die viel zitierte Transparenz der Piraten offenbare – so Reckmann – „leider auch immer wieder ein hohes Maß an fachlicher Inkompetenz. Seit vielen Jahren sei er „bekennender Blogger“, jetzt werde er „ermahnt“, was er zu tun und zu lassen habe, kritisiert Reckmann Versuche von Einflussnahme durch die Partei, deren Ziele er grundsätzlich unterstütze und deren Mitglied er „vorerst bleiben“ wolle. ▪ WA

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