Autos auf "Kissinger Höhe" - RVR sorgt sich um Halden

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Auf dem Schacht-Franz-Gelände im Lippepark gibt es einen offiziellen Bikepark. Dies dürfte auch ein Grund dafür sein, dass es auf der Bergehalde „Kissinger Höhe“ nur wenig Downhill-Biker gibt, die Schäden in der Natur verursachen.

Herringen/Pelkum - Um dem Autoverkehr auf der Bergehalde „Kissinger Höhe“Einhalt zu gebieten, will der Regionalverband Ruhr (RVR) an den potenziellen Zufahrten zwei neue Pfosten aufstellen. Keine Probleme gibt es, anders als auf der Halde „Großes Holz“ in Bergkamen, mit so genannten Downhill-Bikern.

Wie RVR-Sprecherin Barbara Klask sagte, habe der zuständige Revierförster Oliver Stenzel-Franken die Pfosten bereits bestellt. Allerdings konnte sie noch nicht sagen, wann sie eingebaut werden. „Sobald sie da sind, werden wir sie aufstellen“, so Klask, die hofft, dass der RVR das Problem dadurch endlich in den Griff bekommt. 

Zuletzt hatten sich in der Silvesternacht etliche Bürger mit Autos auf den Weg zur Haldespitze gemacht – sehr zum Ärger des Regionalverbands und einiger weiterer Bürger. Ob Fahrzeuge allerdings auf Dauer von der Halde ferngehalten werden können, muss abgewartet werden. So manchen Autofahrer scheinen auch Pfosten, Steine oder sogar Schranken nicht abzuschrecken, wusste der RVR zu berichten. 

Mountainbikepark auf Sundern-Halde? 

Immer wieder diskutiert wurde zuletzt auch über Radfahrer auf den RVR-Halden. Sie seien dort gern gesehene Gäste. „Sofern sie auf den Wegen bleiben.“ Aber genau das sei auf der Bergkamener Halde mittlerweile ein echtes Problem. Zwar gebe es auch in Hamm Biker, die abseits der Wege die Halde rauf- und runterfahren, so Klask. Auf der „Kissinger Höhe“ gebe es aber nur wenige entsprechende Spuren. 

In Bergkamen hat der RVR hingegen ein offizielles Fahrverbot für nicht befestigte Wege ausgesprochen. Die Downhill-Biker bevorzugten hier die rasante Abfahrt querfeldein abseits offizieller Pfade. Dadurch zerstörten sie nicht nur die Natur, sondern gefährdeten auch andere Besucher, so der RVR. 

Das Fass zum Überlaufen haben zahlreiche „bauliche Aktivitäten“ einiger Biker gebracht. Abseits der Wege wurden so genannte Trails mit Pistenüberhöhungen, tiefe Gruben und andere Hindernisse errichtet. Als Konsequenz hat der RVR jetzt die Haupteingänge zur Halde mit entsprechenden Hinweisschildern sowie die Abfahrtsstrecken mit Verbotsschildern markiert und durch Holzabsperrungen unpassierbar gemacht. Dennoch dürfte es schwierig sein, die Einhaltung des Verbots zu kontrollieren. Jürgen Grewer und Michael Zielkowski werden künftig als Ranger des RVR aber mehr oder weniger regelmäßig im Bereich der Halde Streife gehen. Wenn Mahnen und Erläutern nicht hilft, können sie Bußgelder zwischen 15 und 80 Euro verhängen. Der RVR behält sich ferner weitere rechtliche Schritte bis hin zur Erteilung von Hausverboten vor. 

Dass es in Hamm derartige Probleme – noch – nicht gibt, dürfte auch daran liegen, dass es auf dem Schacht-Franz-Gelände im Lippepark eine offizielle Mountainbikestrecke gibt, die mit Mountainbikern entwickelt wurde. Und möglicherweise gibt es für sie bald eine weitere Möglichkeit, sich so richtig auszutoben. Denn eine Idee zur Nutzung der noch nicht offiziell freigegebenen Sundern-Halde ist die Einrichtung eines ganzen Mountainbike-Parks. Das ist zumindest die Idee von Eugen Böger vom Förderverein Wiescherhöfen, der selbst ein begeisterter Radfahrer und der solche Anlagen unter anderem aus Schottland kennt.

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