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Mehr türkischstämmige Abiturienten am Märkischen

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HAMM-WESTEN ▪ In den 1970er-Jahren waren sie noch Exoten. Mittlerweile sind türkischstämmige Schüler am Märkischen Gymnasium eine Selbstverständlichkeit. 210 von ihnen haben seit 1975 dort das Abitur bestanden. Aus dem aktuellen Abi-Jahrgang haben von insgesamt 226 Schülern 33 türkische Wurzeln. Sie warten jetzt wie ihre Mitschüler auf die Prüfungsergebnisse.

Yurdagül Yaglioglu, Türkisch-Lehrerin am MGH, hat noch einen engen Kontakt zu den ehemaligen türkischstämmigen Schülerinnen und Schülern, von denen sich viele weiter eng mit ihrer alten Schule verbunden fühlen. Bei einem ersten Treffen im November 2009, an dem neben den Ehemaligen auch einige Oberstufenschüler teilnahmen, konnten Yaglioglu und Schulleiterin Ursula Möhrle rund 200 Gäste begrüßen. Fast genauso viele waren es bei einem weiteren Treffen, das jetzt im MGH stattfand. Möhrle: „Einige Ehemalige finanzieren Förderangebote für alle Schüler.“ Andere hätten mit einer Spende das „Haus am Meer“ auf der Insel Wangerooge unterstützt.

Unter den türkischstämmigen Abiturienten des Märkischen Gymnasiums befinden sich nach Angaben von Yurdagül Yaglioglu unter anderem 29 Ingenieure, 26 Ärzte, 22 Rechtsanwälte, 21 Lehrer, 15 Geschäftsleute, Banker, Polizisten, Leiter von Reiseagenturen und rund 80 Studenten. Diese studieren aktuell unter anderem in Berlin, Bielefeld, Düsseldorf, Essen, Köln, Mannheim, Münster oder Paderborn. „An die 20 unserer türkischstämmigen Abiturienten sind nach ihrem Universitätsabschluss nach Hamm zurückgekehrt. Unter ihnen befinden sich Ärzte, Ingenieure, Banker, Rechtsanwälte und Polizisten. Auch ihre Kinder besuchen inzwischen unsere Schule.“

Andere zog es hingegen hinaus in die weite Welt und haben dort eine beachtliche Karriere hingelegt. Sie arbeiten zum Beispiel als Deutschlehrer in der chinesischen Hauptstadt Peking, als Banker in der Schweiz oder als Angestellter bei der Lufthansa in Londen. Einige Ehemalige sind auch in ihr Heimatland zurückgekehrt und arbeiten dort als Ingenieure, Apotheker oder Regisseure.

Schulleiterin Ursula Möhrle verfolgt den Werdegang der Ehemaligen mit großem Interesse. Er sei ein Beleg dafür, dass sich diese Schüler – anders als oft behauptet – sehr wohl für Bildung interessieren. „Und auch ihre Eltern“, weiß Möhrle aus ihrer langjährigen Erfahrung zu berichten. Die Herkunft spiele keine Rolle. Alle Eltern seien daran interessiert, dass ihre Kinder einen guten Abschluss hinlegen. „Im Elterncafé zum Beispiel treffen sich Eltern unterschiedlicher Kulturen, um sich über die Bildungschancen ihrer Kinder zu informieren.“ Und das freue sie sehr, so die Schulleiterin, die in diesem Zusammenhang auf den Abi-Jahrgang 2011 verwies: Jahrgangsbester und -zweiter waren türkischstämmige Schüler mit der Abschlussnote 1,0. Eine Schülerin habe sogar ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes bekommen.

Aktuell besuchen rund 260 türkischstämmige Schüler das MGH. Diese Zahl dürfte im neuen Schuljahr auf etwa 300 steigen. ▪ stg

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