Tierquälerei in Hamm

Durchbohrte Kurpark-Ente erfolgreich operiert - Polizei ermittelt

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[Update 15.08 Uhr] Hamm - Der Erpel aus dem Kurpark konnte von seinem Pfeil im Hals befreit werden. Ein Tierarzt hat den Pfeil herausgezogen und die Wunde zugenäht. Der Erpel soll sich jetzt in der Wildvogelauffangstation Paasmühle in Hattingen erholen.

Ein Erpel, der in Hamm von einem bislang Unbekannten mit einem Pfeil beschossen wurde, ist erfolgreich operiert worden. Vor dem Eingriff am Mittwoch hatte ein Düsseldorfer Tierretter den Erpel aus dem Teich im Kurpark der Stadt gefischt. Dort hatte der Erpel mindestens zwei Wochen lang mit dem Pfeil im Hals gelebt. Er schien dabei quietschfidel – watschelte, paddelte und fraß im Kreise seiner Artgenossen, als sei nichts gewesen.

Stefan Bröckling vom Tiernotruf Düsseldorf war auf den Fall aufmerksam geworden und hatte sich mit Mitarbeitern des Hammer Tierasyls in Verbindung gesetzt. Mit Hilfe eines speziellen Netzwurfgeräts konnten sie die Ente am Mittwochmorgen einfangen. 

Nach dem Röntgen und einer Untersuchung des Halsinneren zog der Tierarzt den Pfeil heraus und nähte die Wunde zu. Laut Bröckling wäre das Tier sonst an dem Pfeil gestorben. Nach einer Erholungsphase in der Station, so hofft die Stadt Hamm, soll die Ente wieder auf dem Kurteich schwimmen. Nach dem Tierquäler wird noch gesucht. Er soll zum Abfeuern des Pfeils ein Blasrohr benutzt haben - eine Waffe, die als Sportgerät oder zum Jagen verwendet wird.

Polizei ermittelt

Die Rettungsaktion im Kurpark.

Die Polizei Hamm ermittelt derweil gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. „Bereits am 23. Dezember hat sich eine Zeugin bei uns gemeldet und von der Ente berichtet, seitdem laufen die Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Ulrich Biermann. Ist der Straftatbestand der Tierquälerei erfüllt, stünden darauf bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. 

Die Röntgenbilder des Erpels.

Hinweise auf den Täter gebe es bislang nicht. Doch um so gezielt und kraftvoll mit einem Blasrohrpfeil zu schießen, dass er im Hals einer Ente steckenbleibt, müsse man schon geübt sein. Professionell genutzt würden Blasrohrpfeile zum Beispiel von Veterinärmedizinern zur Betäubung von Tieren, sagt Biermann. „Tierärzte haben wir jedoch nicht im Verdacht. - fmh/dpa

Ente mit Pfeil im Hals schwimmt munter im Kurpark Hamm

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