DRK beendet Aussteiger-Projekt "No Trouble"

Hamm - Ausstieg aus dem Aussteiger-Projekt: Der DRK-Kreisverband hat gestern angekündigt, dass er das bis 2019 laufende Aussteiger-Projekt „No Trouble“ einstellen wird. Damit sollten ursprünglich Jugendliche aus Hamm mit beginnender extremer Orientierung und Radikalisierung deradikalisiert werden.
Nach nur zehn Monaten voller Querelen wird das Projekt nun voraussichtlich zum Jahresende vorzeitig beendet. Als Grund für das Aus nannte DRK-Vorsitzender Dieter Arrenberg, dass es nach der Kündigung von Dr. Claudia Luzar auf absehbare Zeit keinen neuen Projektleiter gebe. Alle Bemühungen seien erfolglos geblieben.
Die Konfliktforscherin hatte den Projektantrag geschrieben und sich auch die Leiterstelle auf den Leib geschnitten. Potenzielle Nachfolger erfüllten die Voraussetzungen meist nicht. In den nächsten Tagen reist Arrenberg nach Schleife in Sachsen zur Regiestelle des „Demokratie leben“-Förderprogramms, um das Hammer Projekt abzuwickeln. Rund 800.000 Euro waren für Hamm bewilligt worden, davon trägt die Stadt Hamm 157.000 Euro aus eigenen Mitteln. Nach nicht einmal einem Jahr soll jetzt Schluss sein.
Neben Luzar war ein weiterer Mitarbeiter mit einer halben Stelle in dem Projekt beschäftigt. „Wir treten den geordneten Rückzug an“, sagt Arrenberg. Das Projekt „No Trouble“ war im März mit vielen Vorschusslorbeeren gestartet. Um Jugendliche aus der Zielgruppe ausfindig zu machen, sollte ein Netzwerk aus Jugendrichtern, Jugendgerichtshilfe, den sozialen Diensten der Justiz sowie aus städtischen Jugendeinrichtungen aufgebaut werden. Am Ende sollte ein Praxishandbuch zur Deradikalisierungsarbeit entstehen, das für Deutschland beispielgebend sei sollte.
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