Fälle auch in Hamm

Gerüchte über Flüchtlinge blühen online - Verunsicherung geschürt

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Hamm - Entführungen, Vergewaltigungen, Ladendiebstähle. Flüchtlingen wird in sozialen Medien fast alles zugetraut, meist alles Schlechte. Nutzer von Facebook, WhatsApp & Co. ereifern sich über Straftaten, die es nie gab und schüren ein Klima der Verunsicherung. Wie jüngst mit einer Geschichte über einen Ladendiebstahl der besonderen Art.

„Bei uns im Combi waren Flüchtlinge zum einkaufen“, hießt es in einer WhatsApp-Nachricht. Die seien mit gefüllten Taschen durch den Kassenbereich gelaufen, natürlich ohne zu bezahlen, dafür aber mit lauten Dankesrufen für die Kanzlerin. Nicht gewusst hätten die Übeltäter, dass der Supermarkt nicht nur eine, sondern zwei automatische Türen hat – zwischen diesen habe das Personal sie eingesperrt und von der Polizei abholen lassen.

Die Geschichte hat allerdings eine Haken: Sie stimmt nicht. Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen keinen einzigen Einsatz wegen Ladendiebstahls an den beiden Hammer Combi-Märkten. Auch in den Läden selbst zeigte man sich auf Anfrage unserer Zeitung hin erstaunt. Einen solchen Ladendiebstahl habe es nicht gegeben, hieß es im Combi am Paracelsuspark. Auch in der Filiale an der Dortmunder Straße konnte man sich nicht an entsprechendes erinnern. Und: Bei Ladendiebstählen komme grundsätzlich die Polizei.

Was bleibt, ist eine ordentliche Portion Böswilligkeit. Auch wenn solche Vorwürfe sich als falsch herausstellen – es wird schon etwas haften bleiben, lautet das Motto derer, die andere pauschal verunglimpfen.

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