Bürgerwald-Idee verworfen

Heessener Schacht 7: SPD sieht sich und Bürger übergangen

+
Erinnern an den Ratsbeschluss von vor fünf Jahren, dass auf dem Gelände von Schacht 7 ein Bürgerwald entstehen soll (von links): Heessens SPD-Chef Justus Moor, der grüne Bezirksvertreter und Vorsitzende des Heessener Waldvereins, Friedel Moor, SPD-Fraktionschef in der Bezirksvertretung Ludger Moor und Bürgermeisterin Monika Simshäuser (SPD).

Heessen - Die SPD hat daran erinnert, dass der vor fünf Jahren vom Rat der Stadt Hamm beschlossene Bürgerwaldes auf dem Gelände „Schacht 7“ der Zeche Westfalen nach wie vor nicht umgesetzt ist.

Bürgermeisterin Monika Simshäuser, Heessens SPD-Chef Justus Moor und der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Ludger Moor baten auch den grünen Bezirksvertreter und Vorsitzenden des Heessener Waldvereins, Friedel Moor, zum Ortstermin am Zaun. 

Was die Politiker zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Der Bürgerwald ist abgesagt. Das teilte ein Sprecher der Stadt auf WA-Nachfrage mit. Die Einrichtung eines Bürgerwaldes sei vor zwei bis drei Jahren zuletzt geprüft worden, sagte der Sprecher, damals habe es eine entsprechende Anregung des Waldvereins gegeben.

„Ein Bürgerwald ist wegen der Bodenbeschaffenheit nicht möglich, sie ist durch die Aufschüttungen entstanden“, sagt er, „dieser Untergrund ist für viele Bäume nicht geeignet.“

Bewaldung abgeschlossen

Deswegen habe es die Aufforstung mit passenden Bäumen gegeben. Damit sei die Bewaldung abgeschlossen. Friedel Moor, Vorsitzender des Waldvereins, kann sich an die Entscheidung erinnern. Allerdings hatte er sie so verstanden, dass sein Vorschlag, „Bäume des Jahres“ zu pflanzen, mit dieser Begründung abgelehnt worden sei. 

„Mit dem Bürgerwald hat das nichts zu tun“, sagt er. Keine Mitteilung der Stadtverwaltung SPD-Chef Justus Moor findet es unverständlich, dass die Verwaltung den Beschluss des Rates einfach fallen gelassen hat. 

„Es hat keine Mitteilung an den Rat gegeben, und wenn man von der Beschlusslage abrückt, muss das doch erklärt werden“, sagt er. Die Verwaltung könne sich nicht einfach über Ratsbeschlüsse hinwegsetzen.

Bürgerwald vielleicht im Umfeld?

Trotzdem blickt der 29-Jährige nach vorn: „Ich gehe davon aus, dass der Ratsbeschluss weiter gilt und dass jetzt geschaut wird, wo man einen Bürgerwald ansiedeln und entwickeln kann.“ Es müsse ja nicht am Schacht 7 sein, aber vielleicht in dessen Umfeld. 

Er erwarte jetzt Vorschläge aus der Verwaltung. Die hatte in den vergangenen zwei Jahren allerdings mehrfach über die Aufforstung des Geländes unterrichtet – zuletzt über Planungen und Durchführung der Pflanzung von rund mehr als 27.000 Bäumen und rund 3.000 Sträuchern durch den Noch-Besitzer Ruhrkohle-AG. 

Angesichts dieser Dimensionen und der Tatsache, dass auch ein Bürgerwald Platz braucht: Hätte da die SPD nicht aufmerksam werden müssen? 

„Wir haben das ja immer wieder mal angesprochen, und dann hieß es stets, man müsse erst mal abwarten, was die RAG macht.“ In den Gremien nachgefragt habe man aber nicht. Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren hatte der Rat am 22. Februar 2011 einem Antrag der SPD-Ratsfraktion zugestimmt, das „Projekt Bürgerwald“ umzusetzen.

Forderung: Alternativen entwickeln

„Zur Realisierung wird die Verwaltung im Sinne des Antrages tätig“, heißt es in dem Beschluss. Und: Falls das nicht möglich ist, seien Alternativen zu entwickeln.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare