Hamms Beste Band 2006: Und wieder Dam Sonic

Hamms Beste Band 2006

Der Kreis schließt sich. Die Fun-Punks „Dam Sonic“ haben das vollbracht, was sie sich selbst nicht so recht zugetraut hatten: Das Unternehmen Titelverteidigung ist geglückt.

Als das Moderatorenteam Andreas „Tigge“ Tiggemann und Günter Thomas das Trio zur Siegerehrung auf die Bühne bat, schienen den Punks tonnenschwere Lasten von den Schultern zu purzeln. „Wir sind überglücklich, dass wir es geschafft haben, unseren Namen zweimal hintereinander auf dem Pokal zu verewigen“, meinte Sänger Sebastian Kalle, als er die von Jockel Reisner entworfene Bronze-Plastik in den Händen hielt. „Wir freuen uns schon auf die Stimmen unserer Kritiker“, kam es der Band wie aus einem Munde, wohl wissend, dass man nicht nur Fans in Hamm hat.

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Hamms beste Band 2006

Die Strategie, sich bei der mittlerweile siebten Auflage des von der WA-Band präsentierten Kultfestivals größtenteils auf Songmaterial aus dem Vorjahr zu verlassen, ging voll auf. Die polarisierende Wirkung ihres ersten Titelgewinns erwies sich für „Dam Sonic“ als Segen, denn egal ob Fan oder Kritiker – alle 1500 Besucher wollten sehen, wie sich der Titelverteidiger schlägt. Besonders Drummer Tim Lohrsträter prügelte sich wie entfesselt durch den Auftritt. Somit können sich die Jungs über eine 1 000-Euro-Finanzspritze von Isenbeck in die Bandkasse sowie über eine professionelle Videoclip-Produktion mit der Medienagentur „Fox Hound“ freuen. „Davon wussten wir nichts! Das haben wir erst gar nicht geschnallt. Natürlich ist das super“, freute sich Bassist Dominik Frank. In zwei Wochen folgt überdies eine musikalische Siegesfeier im Hoppegarden.

 „Mission To Mars“ kamen diesmal auf Rang zwei Das Los hatte dem Dreigestirn die Headliner-Position eingebracht. Mit ihrem schweißtreibenden Auftritt setzten sie dem Wettbewerb einen würdigen Schlusspunkt. Ohne viele Worte bewiesen sie mit mustergültiger Spielfreude, welch rasante Entwicklung die Band im vergangenen Jahr durchgemacht hat. „Ich hatte gesagt, wir würden weder plündern noch brandschatzen, wenn es hier nicht zum Sieg reicht. Heute sage ich: ‚Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern‘“, witzelte Gitarrist Frederik Parton abgekämpft, aber glücklich. Die Stadtwerke, sowie die Sparkasse belohnen die Mühe des Trios mit 600 Euro.

„Das war ein denkbar knappes Ding“ Von einer mehr als rasanten Entwicklung kann man auch im Falle von „In Seclusion“ sprechen. Mit dem sage und schreibe vierten Gig in der Bandgeschichte beschworen die Thrash-Metaller wahrlich einen kleinen Orkan herauf und erspielten sich Platz drei. Der Sprung aufs Treppchen spülte den Nachwuchs-Thrashern 300 Euro, gestiftet von Getränke Krietemeyer, in die Kasse.

Den mit Abstand schwersten Stand des Abends hatten „Teardrop“. Als einzige Rapper ohne Live-Band waren sie von Beginn den Ressentiments einiger Besucher ausgesetzt, die sie jedoch souverän mundtod machten. Die Rückkehr der Power-Metaller Javelin auf die große Bühne entwickelte sich trotz anfänglicher Soundschwankungen zu einem Triumphzug, der sie schließlich auf Platz vier brachte. Ihr Sound ist wohl doch zeitlos, denn obwohl viele den traditionellen Metal, wie ihn sich Javelin auf die Fahne geschrieben haben, schon allzu oft tot gesagt haben, funktionierte er an diesem Abend vorzüglich. Auch die Opener „Rules Of Engagement“, die Old-School-Punks „Disruptive Minds“ und die Mainstreamrocker „Most Wanted“ waren dank ihrer starken Auftritte nur um Haaresbreite hinter den Siegern. „Das war ein denkbar knappes Ding“, brachte Juror Obel die Entscheidung treffend auf den Punkt. Die 30 Minuten bis zur Siegerehrung überbrückte „Kapelle Petra“. Bei ihrem Gastspiel zeigte sich, was für ein gern gesehener Gast der zweimalige Wettbewerbssieger noch immer ist.

Die Wertung im Detail:

1. Dam Sonic: 38 Punkte (Jury: 31 Punkte + Publikum: 7 Punkte / 159 Stimmen)

2. Mission To Mars: 34 (25 + 9 / 164)

3. In Seclusion: 29 (22 + 7 / 159)

4. Javelin: 25 (24 + 1 / 69)

5. Rules Of Engagement: 20 (15 + 5 / 121)

5. Teardrop: 20 (18 + 2 / 77)

7. Disruptive Minds: 10 (6 + 4 / 91)

7. Most Wanted: 10 (7 + 3 / 78 )

 Zur Erklärung: Die jeweils am stärksten gevotete Band bekommt von den Jurymitgliedern (das 5. "Mitglied" ist das Publikum) 9 Punkte, danach geht es runter von 7 bis 1 Punkt.

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