Hammer Schüler verärgert über Mathe-Abi-Aufgaben

+
Jana Overhage (links) und Constanze Mannshovel ärgern sich über die Mathe-Abiklausuren.

HAMM - Mehrere hundert Abiturienten haben am Dienstag vor dem Schulministerium in Düsseldorf lautstark gegen die zu schweren Mathematikprüfungen protestiert.

Die Bezirksschülervertretung (BSV) Hamm ist der Ansicht, dass nicht nur der Schwierigkeitsgrad nicht mit anderen Abiturklausuren zu vergleichen gewesen sei, sondern auch die Textlastigkeit dieser Mathematikklausur.

„Ich bin der Meinung, dass die Klausur zu textlastig war, dadurch wurde das mathematische Problem verstellt“, erklärt Dominik R., Abiturient aus Hamm.

„Die Matrizenaufgabe wurde vorher in dieser Form noch nicht bearbeitet und konnte auf die Schnelle in der Klausur nicht gelöst werden, da sie dafür zu komplex gewesen ist,“ beschwert sich Elena Grüneberg, Abiturientin und Vorsitzende der BezirksschülerInnenvertretung Hamm.

Auch Constanze Mannshoven, Schülerin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, beteiligt sich an den Protesten. „Wir haben uns während der Klausur alle fragend angeguckt“, berichtet die 18-Jährige, die im Grundkursus Mathe zur Prüfung angetreten war: „Teilaufgaben waren so formuliert, dass man nicht wusste, worum es eigentlich geht.“

Vor der rund dreistündigen Klausur habe sie ein recht gutes Gefühl gehabt, ebenso wie ihre Mitschüler. In Kleingruppen und auch in der Schule haben die Prüflinge im Vorfeld die Vorjahresklausuren durchgerechnet, berichtet die Stein-Schülerin, wodurch sie sich gut vorbereitet gefühlt hätten.

So wie Constanze Mannshoven haben auch andere Schüler ihres Kurses die Befürchtung, dass sie nun von ihrer Vorbenotung zu stark abgewichen sind und in die mündliche Nachprüfung müssen. Mannshoven hofft, dass nach einer neutralen Überprüfung der Matheklausuren eine Nachschreibklausur angesetzt wird, in der die Schüler eine neue Chance bekommen.

Lesen Sie dazu auch:

Protest gegen Mathe-Abi - Löhrmann schließt neue Chance

„Ich wäre auch nach Düsseldorf gefahren, nutze die Zeit aber lieber, um für die mündliche Prüfung zu lernen“, die für sie nun noch mehr Gewicht als ohnehin schon erhält. „Wenn ich durch die Matheklausur meinen Schnitt verschlechtert habe, muss ich ihn nun durch die mündiche Prüfung ausgleichen“, blickt sie auf ihre morgige mündliche Prüfung in Pädagogik.

Thomas Kasselmann, der Leiter des Stein-Gymnasiums, ist von Seiten der Schüler noch kein Protest zu Ohren gekommen. Ihm hätten die Mathelehrer des Kollegiums mitgeteilt, dass die Aufgaben schwieriger gewesen seien als sonst, aber nicht unlösbar. Auch an anderen Hammer Gymnasien wurde das offenbar bemerkt. „Meine Kollegen haben durchaus bemerkt, dass einige Aufgaben schwerer waren als im vergangenen Jahr“, sagte Beisenkamp-Schulleiter Manfred Trost: „Sie haben aber die Augaben ausgesucht, die ihnen am besten lösbar schienen.“

BSV fordert lösbare Aufgaben

Die BSV ist der Ansicht, dass das Ministerium für Schule und Weiterbildung unter anderem die Aufgabe habe, lösbare und über Jahre vergleichbare Abiturklausuren zu stellen. "Dieser Aufgabe kam es wieder einmal nicht zufriedenstellend nach, und hat es zum wiederholten Mal – 2008, 2011, 2013 – versagt."

Kommentare