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Hammer Missbrauchsopfer wartet auf Entschädigung

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Manfred Krystofiak (links) kümmert sich um das Schicksal des Missbrauchsopfers aus Hamm. ▪
Manfred Krystofiak (links) kümmert sich um das Schicksal des Missbrauchsopfers aus Hamm. ▪ © Wiemer

HAMM ▪ Der Hammer, der als Kind in katholischen Einrichtungen untergebracht worden und dort seinen Angaben zufolge Opfer von sexuellen und gewalttätigen Übergriffen durch Betreuungspersonen war, hat bisher keinerlei Entschädigungen erhalten.

Zwar hat Manfred Krystofiak, der das Schicksal des Missbrauchsopfers begleitet, die kompletten Unterlagen über den Fall Mitarbeitern des Runden Tisches Heimerziehung zur Verfügung gestellt, aber die zu vergebende Geldsumme reiche keineswegs, um als Entschädigung betrachtet werden zu können. Der Fonds mit einer Summe von 120 Millionen Euro sei im Vergleich zu den Leistungen, die die katholische Kirche in Irland und in den USA gezahlt habe, „geradezu lächerlich“. Allenfalls ein Bruchteil der 50 000 Euro, die der Hammer fordert, könnten auf diesem Weg fließen. Das Geld will das Missbrauchsopfer für den Erwerb eines Wohnmobils ausgeben, denn „bei diesen Fahrten kann er etwas erleben und das Geschehene vergessen“.

Zum Hintergrund: Der seit 2005 in Hamm lebende 61-Jährige soll der Sohn eines Pfarrers in Telgte und dessen früherer Haushälterin sein. Um 1960 sei er – seinerzeit war er im katholischen Vinzenzwerk Handorf in Münster untergebracht – mehrfach von unterschiedlichen Personen geschlagen und sexuell missbraucht worden, unter anderem von einem damaligen Priesteramtsanwärter. Die Erlebnisse schildert er heute noch in vielen Einzelheiten. Nicht viel besser erging es dem Mann bei seinem späteren Aufenthalt in Hövelhof. Für sein erlittenes Leid erwartet der frühere Melker und spätere Fernfahrer eine Entschädigung. ▪ vor

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