Christian Weidemann (17) baut Nurflügler für Jugend forscht

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Mit diesem Modell hat Christian Weidemann etliche Flugversuche absolviert.

Hamm - Das Fliegen hat Christian Weidemann schon immer fasziniert – genauer das Fliegen von Nurflüglern. Für den 17-Jährigen gibt es derzeit kein anderes Thema: Mit dem Projekt „Nurflügler – Entwicklung eines energieeffizienten Flugzeuges“ nimmt der Hammonense-Schüler an Jugend forscht teil.

Mehr als hundert Flugversuche liegen hinter ihm, zahlreiche Baupläne hat er gezeichnet, drei Modelle angefertigt. Nun gilt’s: Am Dienstag präsentiert der 17-Jährige seine Ergebnisse in Dortmund bei der Regionalausscheidung des Wettbewerbs in der Kategorie Physik. Das Nurflügler-Modell, das er der Jury präsentiert, hat eine Spannweite von einem Meter und wiegt dabei nur 250 Gramm – so viel wie eine Packung Butter. 

Das Material, Balsaholz, ist fast so leicht wie Styropor. Bereits 2015 hat Christian an der Regionalausscheidung teilgenommen und belegte den 3. Platz, damals mit dem Thema Flächenbelastung bei Flugzeugen. Nun nehme er mit seinem Wunschthema teil. „Nurflügler faszinieren mich schon immer, die haben so was Futuristisches.“ Er hat vor einem halben Jahr beim Luftsportclub Hamm seinen Flugschein gemacht und fliegt mit Segelflugzeugen. Sein größter Traum sei es aber, einen bemannten Nurflügler zu bauen und den selbst zu fliegen. Nurflügler sind eine Untergruppe der schwanzlosen Flugzeuge. Die Stabilität wird nur über die Tragflächen erreicht, erklärt Christian. 

Der Vorteil der Konstruktion: „Dadurch wird das Flugzeug leichter und der Widerstand verringert sich.“ Wenn der Schüler sein Wissen über Flugzeuge, Flächenbelastung, und Strömungslehre runterrattert, hört Physiklehrer und Projektbetreuer Jörg Asshoff fasziniert zu: „Ich bin beeindruckt. Er hat inzwischen viel mehr Wissen über Aerodynamik als wir Lehrer.“ 

Schulunterricht sei ihm oft zu theoretisch, sagt Christian. „Beim Thema Nurflügler konnte ich lediglich praktisch vorgehen, das ist super. Ich habe einfach angefangen, Baupläne zu zeichnen und Verschiedenes ausprobiert.“ Zum Beispiel auf dem Exerzierplatz. „Dort habe ich die Modelle runtergeworfen und schnell gesehen, was verbessert werden muss.“ Das sei ähnlich simpel wie bei Papierfliegern. „Wenn sich das Flugzeug dreht oder direkt mit der Nase auf den Boden fällt, muss der Schwerpunkt verändert werden.“ 

Christians Ziel für die Regionalausscheidung: „Der erste Platz und damit die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb.“ Aber auch, falls das nicht klappen sollte, will er weitermachen und seine Faszination zum Beruf machen. „Ich will dual Luft- und Raumfahrttechnik studieren.“

www.jugend-forscht.de

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