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Gasbohren in Hamm: Fracking hier nicht nötig?

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Superintendent Rüdiger Schuch moderiert den Prozess der Bürgerbeteiligung zum Thema Gasbohren in Hamm. ▪
Superintendent Rüdiger Schuch moderiert den Prozess der Bürgerbeteiligung zum Thema Gasbohren in Hamm. ▪ © Szkudlarek

HAMM ▪ Knapp 100 interessierte Bürger verfolgten am Montagabend im Heinrich-von-Kleist-Forum die Bürgerversammlung zum Thema Gasbohren. Als Gast eingeladen war Volker Milk von der Bezirksregierung Arnsberg. Er versicherte, dass bis zum 30. Juni 2012 nichts in Sachen Gasbohren passieren wird, keine Genehmigungen seitens seiner Behörde erteilt werden. Wie berichtet soll erst dann nämlich das vom Bundesumweltministerium angeforderte Gutachten zu der umstrittenen Energiegewinnung vorliegen.

Als Moderator des Abends und der vom Rat beschlossenen Bürgerbeteiligung in Hamm fungierte Superintendent Rüdiger Schuch. Er zeigte den Verfahrensweg auf. Dieser sieht neben Bürgerversammlungen auch Foren als Veranstaltungsformen vor. Hier stehen Experten Vertretern der fünf Ratsfraktionen sowie der Bürgerinitiative gegen Gasbohren und den Stadtwerken Rede und Antwort. Die Sitzungen werden zeitversetzt im Internet zu sehen sein. Die Entscheidung, ob die Stadtwerke als Gesellschafter der am 1. August gegründeten HammGas GmbH in Hamm tatsächlich Erdgas fördern werden, treffen aber nicht die Forumsmitglieder, sondern der Rat. Allerdings sei hier auch ein Bürgerentscheid eine Option, so Schuch.

Bis es soweit ist, wird allerdings noch viel Zeit vergehen. Zum einen warten alle Beteiligten auf das besagte Gutachten, zum anderen wird derzeit auf politischer Ebene über eine Änderung des Bundesbergrechts diskutiert, dass die Förderung mittels Chemikalien-Einsatz deutlich erschweren würde.

Walter Oppenheim, Geschäftsführer der Stadtwerke Hamm, betonte auf Nachfrage aus dem Publikum, dass die Stadtwerke davon ausgehen, dass Fracken als Methode der Förderung unter Hamms Oberfläche gar nicht nötig sein werde – weil die Kohleflöze so brüchig seien. Man wolle nicht fracken. Darüber herrsche innerhalb der HammGas GmbH auch Einvernehmen.

„Wir können die Ängste und Sorgen der Bürger nachvollziehen“, versicherte Milk. Der Abteilungsleiter aus Arnsberg zeigte die rechtlichen Grundlagen auf und versprach „absolute Transparenz“ für die Genehmigungsverfahren seiner Behörde.

Dass Wasser ein kostbares Gut ist, darin waren sich alle Anwesenden einig. Kein Wunder, dass die Skepsis gegenüber den Bohrungen nach Gas groß ist. Kann ich mein Brunnenwasser noch trinken? Was passiert mit dem Tiefenwasser? Diese und andere gestellten Fragen wurden gesammelt. Antworten soll es im Forum am 29. November geben. ▪ asc

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