Flüchtlingsunterkünfte: Razzien nur bei Verdacht

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Die Notunterkunft an der Alfred Fischer-Halle.

Hamm - Mit Razzien wie in Ahlen, Düsseldorf, Köln und in Recklinghausen ist in den Asylbewerberunterkünften in Hamm so schnell nicht zu rechnen. „Wir kontrollieren anlassbezogen“, sagte Ulrich Biermann, Sprecher der Hammer Polizeibehörde.

„Es ist uns bekannt, dass im Land auch Personen unterwegs sind, die mehrere Personalien angeben. So etwas kommt immer wieder vor. Aber deshalb werden wir nicht ganze Einrichtungen unter Generalverdacht stellen“, so Biermann. 

In Ahlen war die Polizei am vergangenen Dienstag bei einer Großrazzia mit 400 Beamten in zwei Flüchtlingsunterkünften gegen Flüchtlinge mit falschen Ausweispapieren vorgegangen. Die Identitäten von 150 Personen aus Marokko und Algerien wurden überprüft. Insgesamt waren 230 Personen aus Marokko und Algerien in Ahlen untergebracht. Etwa die Hälfte von ihnen wurde nach der Razzia in andere Städte verlegt. 

Keine Flüchtlinge aus Ahlen nach Hamm verlegt 

Die für Flüchtlinge zuständige Bezirksregierung Arnsberg machte am Freitag auf WA-Nachfrage keine Angaben dazu, wohin diese Flüchtlinge gebracht wurden. „Aus Sicherheitsgründen werden wir dazu nichts sagen“, sagte Benjamin Hahn. Schließlich wolle man nicht, dass irgendwo im Land eine wütende Menge vor den Toren stehe. 

Nach Hamm sind nach WA-Recherchen keine dieser Personen verlegt worden. „Wir haben in dieser Woche keine Personen aus Ahlen zugewiesen bekommen“, sagte Wolfgang Müller, Leiter des Amtes für soziale Integration. In den Hammer Landeseinrichtungen in den Newcastle Barracks und in der Alfred-Fischer-Halle wurden in dieser Woche ausschließlich Flüchtlinge aus Unna-Massen und Dortmund aufgenommen. 

Für die städtischen Flüchtlingsunterkünfte gelten spezielle Benutzungssatzungen. „Da besitzen wir Hausrecht. Wir können jederzeit die Zimmer betreten und überprüfen“, sagte Wolfgang Müller, Leiter des Amtes für soziale Integration bei der Stadt Hamm. In der jüngeren Vergangenheit seien auch schon mehrfach Razzien in solchen Einrichtungen durchgeführt worden (WA berichtete). „Das veranlassen wir aber nur, wenn uns konkrete Hinweise vorliegen.“ Anlasslose Überprüfungen werde es in Hamm auch weiterhin nicht geben.

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