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Druck auf Neonazis in Hamm nicht ohne Wirkung

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HAMM/DORTMUND - Hamm zählt nach Einschätzung der Opferschutzorganisation „Back Up“ neben Dortmund und dem Kreis Unna weiter zu den Schwerpunkten rechtsradikaler Aktivität.

Im vergangenen Jahr wandten sich vier Opfer rechter Gewalt aus Hamm an die Organisation und wurden von ihr betreut, so Back Up bei Vorstellung der Bilanz 2012. Die Zahl sagt dabei nicht alles über das Problem aus, denn das Dunkelfeld rechter Gewalt ist nach Einschätzung von Back Up deutlich größer.

Vor allem die unorganisierte rassistisch ausgerichtete Gewalt habe keinesfalls abgenommen, so Claudia Luzar, wissenschaftliche Leiterin von

Claudia Luzar zieht Bilanz der Arbeit der Opferschutzorganisation „Back Up“.
Claudia Luzar zieht Bilanz der Arbeit der Opferschutzorganisation „Back Up“. © privat

Back Up. Ein Rückgang sei lediglich bei körperlichen Übergriffen aus dem Spektrum der im August vergangenen Jahres verbotenen rechtsradikalen Vereinigungen zu verzeichnen, darunter die „Kameradschaft Hamm“. Nach Einschätzung von Back Up sei in organisierten rechtsradikalen Kreisen offensichtlich die Losung zu einem Gewaltverzicht ausgegeben worden. „Ob sich das durchhalten lässt, muss abgewartet werden.“ Möglicherweise sei der Rückgang auch Folge einer Inhaftierung ganz bestimmter Straftäter.

Claudia Luzar von „Back Up“ ist auch für die Erstellung eines Handlungskonzepts gegen rechtsextremistische

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Gewalt für die Stadt Hamm im Gespräch. Sie selbst sagte dazu gestern: „Wir haben dem Oberbürgermeister ein Angebot gemacht. Ich warte derzeit auf eine Rückmeldung.“ Die Wissenschaftlerin ist seit 15 Jahren auf dem Feld der Konflikt- und Gewaltforschung tätig und hat auch eine Analyse über Rechtsextremismus für die Stadt Dortmund geschrieben. „Die Rechtsextremisten aus Hamm und Dortmund sind sehr eng miteinander verwoben“, sagte Luzar. - LK

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