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600 Hammer beteiligten sich an Demo gegen Rechts

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HAMM ▪ Friedlich, freundlich und mit guter Laune protestierten gestern mehrere Hundert Hammer für eine bunte und tolerante Stadt sowie gegen Rechtsextremismus. Anlass war ein Neo-Nazi-Aufmarsch ebenfalls gestern in Heessen.

Mehr als 600 Menschen beteiligten sich an der Demonstration in der Innenstadt, mehr als 300 Teilnehmer probierten im Laufe des Tages die Speisen beim 1. Internationalen Suppenfest an der Ulu-Moschee. An beiden Veranstaltungen nahm auch der Oberbürgermeister teil.

Es war ein friedliches und buntes Fest – genauer: Es waren deren drei. Angesichts des Aufmarsches von 287 Rechtsextremen in Heessen fanden sich bei der Demonstration in der Innenstadt, beim Grillfest der Stadtteiljugendarbeit Hamm-Westen und beim Suppenfest an der Ulu-Moschee in Herringen mehrere hundert Hammer ein, um zu zeigen: In Hamm ist kein Platz für Neonazis.

Das Video sehen Sie hier:

Mehr als 600 Menschen marschierten friedlich durch die Innenstadt. Neben den Jungs und Mädels vom schwarzen Block gingen auch Senioren, Familien und Jugendliche mit. Gewerkschaften, Parteien, Jugendorganisationen, Kirchen und viele andere setzten mit Plakaten und Spruchbändern Zeichen. Die Stimmung war entspannt, das gemeinsame Ziel einte die Menschen: Hamm ist bunt.

Monika Simshäuser, Unterbezirksvorsitzende der SPD, sprach zur Auftaktkundgebung am Bahnhof und stellte heraus, dass alle demokratischen Parteien den Kampf gegen Rechtsextremismus aufgenommen hätten.

„Der größte Erfolg an diesem Tag ist es, dass sich die Jugendlichen im schwarzen Block, der Achtjährige mit seiner Familie oder das ältere engagierte Ehepaar aus einem Hammer Verband gemeinsam gegen Rechts gestellt haben. Das gab es in dieser Stadt und der ganzen Region in den letzten Jahren nie“, so Justus Moor, Anmelder der Demonstration. Es seien mehr als doppelt so viele Demonstranten gekommen als erwartet.

Für die Stadt zog Wolfgang Müller, Leiter des Amtes für Integration, ein positives Fazit: „Unsere Intention, ein friedliches Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen, ist voll aufgegangen“, sagte Müller. Hilfreich sei es gewesen, dass der Runde Tisch gegen Extremismus und Gewalt alle Beteiligten unter einen Hut bekommen habe. In der Tat hatten in Hamm erstmals alle Gegner der Rechtsextremen gemeinsam zum Protest aufgerufen.

Die Fotostrecke zum Internationalen Suppenfest an der Ulu-Moschee sehen Sie hier:

Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann war zunächst am Bahnhof und fuhr später zum Suppenfest weiter. Dort sprach er ein Grußwort und verlas die Resolution des Rates gegen rechtes Gedankengut. „Der Rat wird keine rechtsradikalen Tendenzen in Hamm zulassen“, sagte der Oberbürgermeister.

22 verschiedene Suppen gab es beim Suppenfest zu probieren, insgesamt gingen 300 Liter in die Teller und Schalen. Der Erlös fließt an die Somalia-Hilfe. Organisatorin Pfarrerin Gabriele Wedekind sagte, das Fest habe die Menschen zusammengebracht, weil „erstens im Vorfeld eine Zusammenarbeit der verschiedenen Kulturen notwendig war, und weil zweitens viel Austausch an den Tischen stattfand.“ Das Austauschen von Rezepten ist eben auch eine Form interkulturellen Miteinanders.

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