Bürgerforum in Pelkum: Senioren bringen sich ein

PELKUM ▪ Die Bevölkerungsprognose geht davon aus, dass es im Stadtbezirk Pelkum bis 2025 einen Rückgang in allen Altersgruppen einschließlich der Menschen bis 50 Jahren geben wird. Zunehmen werden hingegen die darüber liegenden Altersgruppen. Diese fortschreitende Überalterung stellt auch die Stadt Hamm vor große Herausforderungen.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein und die Facetten des „Älterwerdens in Pelkum“ zu erkunden, hatte das Amt für Soziale Integration erstmals zu einem BürgerForum eingeladen. Rund 40 Interessierte waren der Einladung in die Bürgerhalle gefolgt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, was gut läuft und wo es noch einen Nachholbedarf gibt. Vorm Hintergrund der rapiden Veränderungen hinsichtlich der Zusammensetzung und des Altersdurchschnitts der Bevölkerung appellierte OB Thomas Hunsteger-Petermann daran, sich den Herausforderungen zu stellen und die Zukunft gemeinsam zu gestalten. „Wir müssen die Akteure sein.“ Schon jetzt läge der Anteil der Menschen ab 60 Jahren in Pelkum bei rund 26 Prozent. „Und er wird noch steigen.“

Karl-Heinz Wolf, ehemaliher stellvertretender Schulleiter des Elisabeth-Lüders-Berufskollegs, verdeutlichte dies anhand weiterer Zahlen. Ausgehend von 2006, wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 2025 um fast 30 Prozent abnehmen, die Zahl der 19- bis 65-Jährigen um zehn Prozent. Zulegen um fast zehn Prozent werden hingegen die Menschen, die 66 Jahre oder älter sind.

Dass die Pelkumer dazu bereit sind, sich aktiv einzubringen, zeigte die Diskussion. Viele Aspekte seien genannt worden, so Martina Foschepoth vom Amt für Soziale Integration. Gemeinsam mit den Bürgern werde man versuchen, sie umzusetzen. „Menschen, die sich dafür interessieren oder mitmachen möchten, können sich bei uns melden.“

An diesem Abend gab es mehrere Schwerpunkte. Weiterbildung im Alter: Hier wurde der Wunsch nach Tablet-, PC- und Handykursen für Senioren laut. Letzterer soll im September 2013 im Jugendzentrum „Casino“ angeboten werden. Gerne würden es die Senioren zudem sehen, wenn es im Stadtbezirk VHS-Angebote geben könnte. „Englisch für Ältere war ein Vorschlag“, so Foschepoth.

Ehrenamtliches Engagement: Hier wurde allgemein bedauert, dass der Nachwuchs fehlt – auch bei bereits vorhandenen Angeboten im Bezirk.

Freizeitgestaltung: In diesem Punkt herrschte eine hohe Zufriedenheit. Kritisiert wurde allerdings die schlechte Busverbindung zwischen den Ortsteilen Pelkum und Wiescherhöfen-Dorf.

Dialog zwischen Jung und Alt: Angeregt wurde, dass Senioren mit ihrem Know-How Jugendliche aus dem Stadtbezirk in einer Werkstatt im „Casino“ mit ihren handwerklichen Fähigkeiten vertraut machen. „Auf der anderen Seite könnten Senioren von Jugendlichen den Umgang mit neuen Medien lernen.“ Angeregt worden sei ferner ein Taschengelddienst. „Jugendliche könnten Senioren zun Beispiel beim Rasenmähen oder beim Einkaufen helfen.“

Interkulturelle Begegnung: Hier wurde ein interkulturelles Frühstück angeregt. Allerdings dürften, so Foschepoth, Sprachbarrieren ein solches Angebot lähmen.

Gesundheitsfördernde Angebote: Sturzvorbeugung, Yoga, Tai-Chi und Wassergymnastik – möglichst in allen Stadtteilen – waren hier die Wünsche.

Fragen zum Thema beantwortet Martina Foschepoth unter Telefon 17-67 32. ▪ stg

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