Bahnhofsschläger waren minderjährige Flüchtlinge aus Bielefeld

Herrenlose Tasche am Bahnhof Hamm
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Im Bahnhof Hamm kam es zum Angriff.

Hamm - Die brutale Schlägerei in der Silvesternacht im Bahnhof Hamm, bei der, wie berichtet, fünf jugendliche Nordafrikaner einen 40-jährigen Mann krankenhausreif geschlagen haben, schlägt in Bielefeld hohe Wellen.

Dort steht das Jugendamt in der Kritik, denn bei den 13- bis 17-jährigen Tatverdächtigen handelt es sich um minderjährige Flüchtlinge, von denen vier in der Obhut des Jugendamtes Bielefeld sind. Das hinderte sie allerdings nicht daran gegen 23.30 Uhr unbegleitet in Hamm zu sein und einen Menschen schwer zu verletzten. Wie kann das sein? Entsprechende Anfragen von örtlichen Medien dazu blieben vom Jugendamt Bielefeld unbeantwortet. 

Kann sowas auch dem Jugendamt der Hamm passieren? In der Stadt Hamm leben derzeit 160 minderjährige Flüchtlinge, die unbegleitet nach Hamm gekommen sind – das sind fast doppelt so viele wie noch Anfang September 2015. Sie kommen zum Großteil aus Afghanistan, Syrien, Pakistan, Somalia und Eritrea. Sie leben in Pflegefamilien oder sind in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe untergebracht. 

Dort wurden die Kapazitäten extra ausgeweitet. „Natürlich sind sie dort nicht eingesperrt“, sagt Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage. Es gebe aber grobe Richtlinien fürs Verhalten. Um 22 Uhr sollten die Kinder und Jugendlichen spätestens zu Hause sein, ist dem nicht so, würden sie im Umfeld gesucht, bleibt das ohne Erfolg, werde die Polizei verständigt. „Bislang hatten wir aber keinen solchen Fall“, sagt Herberg. 

Die Ermittlungen zu der Bahnhof-Schlägerei sind noch nicht abgeschlossen. Dies sagte gestern Rainer Kerstiens, Sprecher der Bundespolizei in Münster. Die Behörde hatte zu dem Vorfall keine Pressemitteilung verfasst, sondern erst auf Nachfrage unserer Zeitung Fragen beantwortet. Warum? Man sei schwach besetzt und dadurch, dass man auf die WA-Anfrage reagiert habe, sei man der Informationspflicht nachgekommen, so Kerstiens.

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