Mindestens sieben Tote

US-Polizei ist Serienmörder auf der Spur

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Todd Christopher Kohlhepp wird verdächtigt, mindestens sieben Menschen ermordet zu haben. Foto: Spartanburg County Sheriff's Office

Der Fall weckt Erinnerungen an das "Horrorhaus von Höxter": Im US-Bundesstaat South Carolina soll ein 45-Jähriger mehrere Leichen versteckt und eine Frau wie einen Hund angekettet haben. Ist der Mann ein Serienmörder?

Spartanburg (dpa) - Auf seiner Webseite gab sich der Mann als seriöser und erfolgreicher Immobilienmakler aus - breit lächelnd und im Nadelstreifenanzug. Wer Häuser in und um Spartanburg oder Greenville im US-Bundesstaat South Carolina verkaufen wolle, der sei bei ihm an der richtigen Adresse.

Inzwischen ist die Webseite nicht mehr erreichbar und der breit gebaute 45 Jahre alte Mann mit den kurzen braunen Haaren sitzt in Untersuchungshaft. Der angeblich so seriöse Immobilienmakler sei mit höchster Wahrscheinlichkeit ein für mindestens sieben Tote verantwortlicher Serienmörder, sagt die Polizei in Spartanburg.

Sein waldreiches Grundstück in der Nähe der kleinen Stadt Woodruff ist wohl Tatort und Grab zugleich. Zuerst hatten die Ermittler in der vergangenen Woche dort eine 30 Jahre alte Frau entdeckt - in einem Metallcontainer und angekettet wie ein Hund, mit einer Kette um den Hals. "Es war sehr emotional, um das mal zu untertreiben, als sie gefunden wurde", sagte Chuck Wright, Sheriff von Spartanburg, einem lokalen Radiosender. Sie sei zwei Monate in dem neun Meter langen und vier Meter breiten Container eingesperrt gewesen, hin und wieder mit Essen versorgt worden und "offensichtlich traumatisiert".

Seit August waren sie und ihr Freund vermisst worden. Hinweise in sozialen Netzwerken und Handydaten hatten die Ermittler auf das Grundstück des Immobilienmaklers geleitet. Als sie an den Container klopften, schrie die Frau um Hilfe. Sie erzählte der Polizei, dass der Immobilienmakler ihren Freund vor ihren Augen erschossen habe und dass es auch noch weitere Opfer geben könne. Die Ermittler nahmen den Mann sofort fest.

Kurz darauf fanden sie auf dem Grundstück die verscharrte Leiche des Freundes der 30-Jährigen, erschossen. "Schauerlich" sei die Entdeckung gewesen, sagt der Gerichtsmediziner von Spartanburg, Rusty Clevenger. "Ich würde nicht wollen, dass die Familie von irgendjemandem das sehen muss." Aber es blieb nicht bei der einen Entdeckung. Der Immobilienmakler zeigte den Ermittlern zwei zusätzliche Orte an seinem Grundstück, an denen er Leichen vergraben hat - und weitere Opfer werden vermutet.

Mit mindestens sieben Morden bringen die Ermittler den 45-Jährigen inzwischen in Verbindung. Bislang ungelöste Mordfälle könnte das völlig neu aufrollen - darunter eine besonders dramatische Tat, bei der 2003 vier Menschen in einem Motorradladen rund 65 Kilometer nördlich von Woodruff getötet wurden. "Ich bin 100 Prozent sicher, dass das, was uns dieser Mann erzählt hat, stimmt", sagt Sheriff Wright. "Er hat uns Sachen erzählt, die niemand anders wissen könnte. Das ist eine ziemlich große Sache."

Der 45-jährige Farmbesitzer soll ein vorbestrafter Sexualstraftäter sein, der schon als Teenager ein Mädchen vergewaltigt hat, immer wieder auffällig geworden ist und auch schon im Gefängnis saß. Auf seinem Gelände entdeckten die Ermittler zahlreiche Waffen und Munition.

Angeklagt wurde er nun erstmal wegen Entführung. Mordanklagen könnten aber bald folgen. Am 19. Januar soll der mutmaßliche Täter das nächste Mal vor einem Richter erscheinen. Bis dahin könnten weitere gruselige Details herausgekommen sein. Sheriff Wright ist sich jedenfalls schon sicher: "Das ist eines der größten Verbrechen, an dessen Aufklärung ich je beteiligt war."

CNN-Bericht

Spartanburg Herald-Journal

Chicago Tribune

Bericht der Washington Post

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