Frauen zeigen an

Sex-Übergriffe zu Silvester auch in Schweiz und Österreich

Stuttgart/Salzburg - Nach sexuellen Übergriffen von Männergruppen auf junge Frauen in der Silvesternacht in Köln sind auch in Stuttgart, Österreich und der Schweiz entsprechende Anzeigen eingegangen.

Nach Vorfällen auf dem Stuttgarter Schlossplatz gingen laut Polizei bislang „ein gutes Dutzend“ Anzeigen ein. Das Vorgehen der Täter sei stets vergleichbar gewesen, heißt es in einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom Donnerstag: Die Frauen wurden „aus der Gruppe heraus“ am Weitergehen gehindert, bedrängt und unsittlich berührt. In manchen Fällen seien dabei Handtaschen oder Handys geraubt worden. Ob es einen Zusammenhang der Fälle gibt, müsse noch ermittelt werden. Ein 20-Jähriger sitze in Untersuchungshaft.

Auch in Österreich haben jetzt mehrere Frauen Anzeige wegen sexueller Übergriffe in der Silvesternacht erstattet. Demnach kam es in Salzburg zu mehreren solchen Straftaten, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Dass diese Übergriffe mehrere Tage danach noch angezeigt wurden, habe vermutlich mit der umfangreichen Medienberichterstattung über die Vorfälle in Köln zu tun, erklärte Valerie Hillebrand, Sprecherin der Salzburger Polizei. „Das Landeskriminalamt prüft, ob es organisierte Übergriffe gegeben hat oder sich Zusammenhänge zwischen einzelnen Tätern oder Tätergruppen ziehen lassen.“

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner versprach, die Polizei werde jedem Fall „mit Null Toleranz“ nachgehen. „Eines steht jedenfalls fest: Wir Frauen lassen uns sicher keinen Millimeter in unserer Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum einschränken“, sagte die Ministerin.

Sexuelle Belästigungen hat es anscheinend auch bei der größten öffentlichen Schweizer Silvesterparty gegeben. Nach den Medienberichten zu den Übergriffen in Köln hätten nun auch in Zürich mehrere Frauen der Polizei ähnliche Straftaten gemeldet, berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur sda am Donnerstag. Es seien zunächst zwei Dutzend Anzeigen über Diebstähle eingegangen. Bei der Abklärung habe sich ergeben, dass Frauen in etwa sechs dieser Fälle sexuell belästigt wurden.

Ein Polizeisprecher bestätigte die Angaben, nannte aber unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine weiteren Einzelheiten. Aufgrund der Aussagen gehe man davon aus, dass es noch weitere Opfer sexueller Übergriffe gebe, die bislang noch nicht bereit waren, Anzeige zu erstatten. Zur Party auf der Festmeile in Zürich waren nach Angaben der Veranstalter 120 000 Besucher gekommen.

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dpa

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