22-Jährige seit Donnerstag gesucht

Vermisste Polizeischülerin ist tot

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Einsatzkräfte hatten die vermisste Polizistin gesucht und ihre Leiche in einem Wald bei Hamburg gefunden.

Hamburg - Seit Tagen suchen Polizisten in einem Wald östlich von Hamburg nach einer vermissten Polizeischülerin (22). Nach dem Fund einer Frauenleiche gibt es nun traurige Gewissheit.

Update 17.38 Uhr: 

Die seit Tagen vermisste Hamburger Polizeischülerin hat sich nach Erkenntnissen der Ermittler das Leben genommen. „Wir gehen von Suizid aus“, sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin am Dienstag nach dem Fund einer Frauenleiche im Sachsenwald bei Aumühle östlich von Hamburg. Die Tote sollte zur offiziellen Klärung der Identität ins Institut für Rechtsmedizin gebracht werden. Bei der 22-Jährigen sei auch die Dienstwaffe gefunden worden.

Am Dienstag startete die Polizei eine neue Suchaktion im Sachsenwald östlich von Hamburg. Eine Hundertschaft sei mit mehreren Hunden in Aumühle im Kreis Herzogtum Lauenburg im Einsatz, sagte Polizeisprecher Ulf Wundrack. 

Die 22-Jährige hatte sich am Mittwoch vergangener Woche krankgemeldet. Am Donnerstag meldeten Kollegen sie als vermisst. Die Polizei veröffentlichte am Freitagabend ein erstes Foto, das die junge Frau in sommerlicher Kleidung am Hamburger Jungfernstieg zeigt.

Sachsenwald bereits am Wochenende abgesucht

Den Sachsenwald hatten Hundertschaften bereits am Wochenende mit Hunden durchkämmt. Auch ein Hubschrauber überflog das Gebiet und die Umgebung. Am Sonntag hatte es geheißen, alle Suchmaßnahmen auf dem Boden seien abgeschlossen. Bei der neuen Aktion in der Nähe eines Teiches gehe es darum, eine mögliche Spur auszuschließen, die sich aus den Ermittlungen ergeben habe, sagte Wundrack.

Am Montag hatte die Polizei ein zweites Foto der Vermissten herausgegeben. Das Bild aus einer Überwachungskamera zeigt die etwa 1,65 Meter große, schlanke Frau am vergangenen Mittwoch um 8.56 Uhr am S-Bahnhof Hamburg-Bergedorf. Sie habe sich kurz im Bahnhofsbereich aufgehalten und sei wenig später wieder in eine S-Bahn nach Aumühle eingestiegen. Dort sei sie um 9.15 Uhr angekommen. Die Polizei bat erneut um Hinweise.

Polizistin hatte vermutlich Pistole mitgenommen

Die Polizeischülerin hat ihre Dienstpistole nicht wie üblich an ihrem Arbeitsplatz in einem Polizeikommissariat in der Hamburger Innenstadt zurückgelassen. Vermutlich hat sie ihre Walther P99 mitgenommen. Es gebe keine Hinweise auf einen Suizid, hatte es am Wochenende von der Polizei geheißen. Am Dienstag sagte der Sprecher: „Wir ermitteln in alle Richtungen, alles, was denkbar ist.“ Auch ihr gesamtes Umfeld werde beleuchtet.

Das Foto aus der Überwachungskamera zeigt Maxime Linder, wie sie den Bahnsteig betritt. Laut der Videosequenz habe sie kurz mit einer anderen Frau gesprochen, hieß es. Möglicherweise habe sie nur nach dem Weg gefragt, bevor sie wieder in die Bahn nach Aumühle eingestiegen sei. Das letzte Signal des Mobiltelefons sei am Mittwoch aus dem Sachsenwald gekommen, sagte der Polizeisprecher. „Das hat uns veranlasst, die Suche dort zu starten.“

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leiden, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite

www.krisendienst-psychiatrie.de/

dpa

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