Messe zum 500. Reformationsjubiläum

Papst mit Einheits-Appell in Schweden

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Papst Franziskus in Schweden.

Malmö - Ein historisches Papstgebet mit Protestanten in Schweden, ein Gottesdienst im Geist der Ökumene in Berlin: Der Auftakt zum 500. Jubiläumsjahr der Reformation macht Hoffnungen auf ein neues christliches Miteinander.

Papst Franziskus hat am Dienstag in Malmö eine Messe für die winzige katholische Gemeinde in Schweden zelebriert. Das argentinische Oberhaupt der katholischen Kirche las die Messe in einem Stadion auf Lateinisch und in seiner Muttersprache Spanisch. Vor 15.000 Gläubigen, unter ihnen viele Migranten, sprach sich der Papst dafür aus, "alles beiseite zu lassen, was uns trennt und uns einander entgegenstellt".

Es sei ein "sehr sprechendes Zeichen", dass gerade in Schweden mit seinen verschiedenen Bevölkerungsgruppen gemeinsam des 500. Jahrestags der Reformation gedacht werde. Bereits am Montag hatten Franziskus und ranghohe Vertreter des Lutherischen Weltbundes bei einem gemeinsamen Gottesdienst im schwedischen Lund ihr Bedauern über die Opfer der Spaltung des Christentums vor 500 Jahren bekundet. Gemeinsam riefen sie am Montag zur Fortsetzung des Dialogs zwischen Katholiken und Lutheranern auf.

Zuwanderung sorgt für mehr Katholiken in Schweden

Die Zahl der Katholiken in Schweden wird auf 150.000 geschätzt, die der Protestanten wird mit 6,2 Millionen angegeben. Während die Mitglieder der katholischen Kirche zunehmen, nehmen diejenigen der evangelisch-lutherischen ab. Der Zuwachs bei den Katholiken ergibt sich unter anderem aus der Zuwanderung aus dem Ausland: derzeit aus den Kriegsländern Syrien und dem Irak, in den 80er Jahren aus dem Libanon und in den 60er und 70er Jahren aus Lateinamerika.

Der deutsche Mönch Martin Luther hatte am 31. Oktober 1517 aus Unmut über Missstände in der katholischen Kirche seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen. Sein öffentlicher Protest gegen den Ablasshandel war der Auftakt der Reformation, die Europa grundlegend veränderte und die von der katholischen Kirche lange Zeit erbittert bekämpft wurde.

afp

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